Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Sechs Prozent weniger Straftaten in Niedersachsen im Jahr 2017

Kriminalitätsstatistik Sechs Prozent weniger Straftaten in Niedersachsen im Jahr 2017

Die Zahl der angezeigten Verbrechen in Niedersachsen ist erneut zurückgegangen. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag vorstellt. 

Voriger Artikel
Frost und Eis: Schneeglätte führt zu zahlreichen Unfällen
Nächster Artikel
Zahl der Brauereien in Niedersachsen steigt



Quelle: Symbolbild/Paul Zinken

Hannover.   Die Zahl der registrierten Straftaten in Niedersachsen ist erneut rückläufig. Dies geht aus der Kriminalitätsstatistik für 2017 hervor, die Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag vorgelegt hat. So ist die Anzahl der gestrierten Straftaten auf insgesamt 526120 Fälle zurückgegangen, was einem Rückgang von 35843 Fällen beziehungsweise 6,4 Prozent entspricht. Pistorius wies darauf hin, dass man auch dann noch einen deutlichen Rückgang der Straftaten verzeichne, wenn man ausländerrechtliche Verstöße wie etwa die unerlaubte Einreise von Menschen abziehe. „Da haben wikr im Vorjahresvergleich immmer noch einen deutlichen Rückgang von 33027 Fällen auf insgesamt 518740 bekannt gewordenen Straftaten.“ 

Nach der jüngsten Statistik sind Mord- und Totschlagsdelikte um knapp sieben Prozent zurückgegangen (417 Fälle im Jahr 2017).  Auch Diebstahlsdelikte, die die häufigsten Verbrechen sind, gingen um etwa 11 Prozent zurück. Gestiegen um zehn Prozent sind aber Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wobei dies nach Auskunft von Polizeidirektor Axel Brockmann im wesentlichen auf eine Verschärfung des Strafrechtes zurückzuführen ist, die auch Beleidigungen mit sexuellen Bezügen unter Strafe stellt. Vergewaltigungen seien mit 896 Fällen im vergangenen Bereich um sechs Prozent zurückgegangen, berichtete Brockmann. Entgegen immer wieder auftretender Vorurteile seien die meisten Täter Deutsche. „542 der angezeigten Vergewaltiger waren Deutsche, 116 nichtdeutsche Täter und 110 Flüchtlinge.“

Zurückgegangen ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Seien 2016 noch 16405 Wohnungseinbrüche registriert worden, waren es im vergangenen Jahr noch 13595 Fälle gewesen –ein Rückgang um rund 17 Prozent. Mehr Straftaten habe es hingegen im Kontext von Schulen gegeben, so etwa 29 Prozent mehr Fälle von Körperverletzungen, 19 Prozent mehr Diebstähle (vor allem von Fahrrädern). Brockmann meinte, dieses erhöhten Zahlen könnten auch damit zusammenhängen, dass die Zusa,mmenarbeit zwischen Schulen und der Polizei nach einem entsprechenden Erlass des innenministeriums zugenommen habe.

 Bereits eine Halbjahresstatistik 2017 hatte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang der Straftaten um über acht Prozent auf rund 268 000 Fälle ergeben. Rückläufig waren insbesondere Körperverletzungen, Raubdelikte aber auch Wohnungseinbrüche. Deren Zahl ging im ersten Halbjahr nach Ministeriumsangaben um 18 Prozent zurück. Es deute sich „eine echte Trendwende“ ab, hatte Pistorius gesagt. 

 Zum Teil wird der Erfolg einer im Oktober 2016 eingesetzten „Zentralen Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl“ zugeschrieben, bei der mehrere Bundesländer sowie die Niederlanden und Belgien zusammenarbeiten, um international agierende Banden zu fassen. Um noch erfolgreicher im Kampf gegen Einbrecher zu sein, weitete die Polizei auch ein Pilotprojekt zur digitalen Vorhersage von Einbrüchen aus. Das zunächst in Salzgitter, Peine, Wolfenbüttel und Wolfsburg laufende Vorhaben wurde auf Osnabrück und Hannover ausgedehnt.

 Im Kampf gegen Cyberkriminalität hatte die Polizei 2017 weitere 59 IT-Experten eingestellt. Schon im Jahr davor wurden 21 externe Fachkräfte eingestellt, die sowohl im Landeskriminalamt (LKA) als auch in den Polizeidirektionen in der Fläche eingesetzt werden.

 Neben der neuen Statistik stellt Pistorius auch Ergebnisse einer neuen Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes zur Angst vor Kriminalität, dem Sicherheitsempfinden und nicht angezeigten Verbrechen vor. Speziell geht es bei der gemeinsam mit Schleswig-Holstein organisierten Studie um Hasskriminalität und Straftaten etwa gegen Flüchtlinge und ihre Helfer, ausländisch aussehende Menschen sowie Muslime.

 LKA-Präsident Uwe Kolmey lobte die Dunkelfeldstudie, die bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde, als eine wichtige Ergänzung der polizeilichen Kriminalstatistik. Ab 2020 werde es nach niedersächsischem Muster erstmals auch bundesweit eine entsprechende Befragung geben. In Niedersachsen waren für die nun abgeschlossene Studie 40 000 Menschen freiwillig befragt worden.

 Die vorangegangenen beiden Dunkelfeldstudien hatten ergeben, dass gut ein Viertel aller Straftaten überhaupt nicht bei der Polizei angezeigt wurden. Gering war die Anzeigequote bei Diebstählen und Sachbeschädigungen, die selten von einer Versicherung abgedeckt sind. Noch seltener aber wurden Sexualdelikte angezeigt, etwa weil Betroffene angaben, die Angelegenheit selber geregelt zu haben oder weil sie eine sexuelle Belästigung als nicht so schwerwiegend empfunden hatten. Der Polizeiarbeit gab die Bevölkerung unter dem Strich gute Noten. Vielfach fühlten die Bürger sich aber über den Fortgang eines Verfahrens oder von Ermittlungen unzureichend informiert.

Von Michael B. Berger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Der Norden
So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 15. Oktober 2017
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Der Harz startet in die Wintersportsaison 2017/2018

Der Harz ist ungewöhnlich früh in die Wintersportsaison gestartet. Am ersten Wochenende erwartete der Tourismusverband einen Ansturm von Wintersportlern.