Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Kurdenproteste in ganz Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Kurdenproteste in ganz Niedersachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 10.10.2014
Nahmen die Abflughalle des Flughafens in Langenhagen in Beschlag: Kurden, die am Montagabend gegen die Gewalt der Terrormiliz IS protestierten. Quelle: Uwe Dillenberg
Anzeige
Hannover/Celle

Möglicherweise stehen die Auseinandersetzungen in Zusammenhang mit Protesten gegen das Vorgehen der Terrormiliz IS in der türkisch-syrischen Grenzstadt Kobane. In spontanen Demonstrationen gingen am Dienstag Hunderte Kurden in Niedersachsen und Bremen auf die Straße.

In der Vergangenheit hatten die Behörden in Niedersachsen die Sorge geäußert, dass es hierzulande zunehmende Konflikte zwischen IS-Anhängern und deren Gegnern geben könnte. Das Innenministerium in Hannover hielt sich zu den Vorgängen in Celle bedeckt. Die Ermittlungen liefen noch, sagte ein Sprecher. In Celle waren die Kontrahenten am Montagabend mit Fausthieben, Fußtritten und diversen Gegenständen aufeinander losgegangen. Anwohner alarmierten die Polizei, die mit rund 70 Beamten anrückte und die Gruppen voneinander trennten. Gegen die Beteiligten laufen Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.

Am Dienstagnachmittag standen sich laut Polizei rund 200 Jesiden und 70 Muslime gegenüber. Die Einsatzkräfte, verstärkt durch Beamte aus anderen Polizeiinspektionen, verhinderten neue Auseinandersetzungen. Die Proteste an anderen Orten in Niedersachsen verliefen friedlich.

In Hannover hatten sich am Montagabend rund 450 Menschen am Ernst-August-Platz versammelt und dort vorübergehend die Stadtbahngleise blockiert. 150 von ihnen zogen weiter zum Flughafen und demonstrierten vor dem Terminal einer türkischen Fluggesellschaft. Am Dienstagnachtmittag trafen sich erneut rund 100 Demonstranten zu einer Kundgebung vor dem Hauptbahnhof. In Göttingen protestierten 350 Demonstranten „am Gänseliesel“ und zogen mit Plakaten durch die Stadt. Rund 50 Menschen zelteten bis in den Morgen hinein auf dem Marktplatz.     

Steven Rabe und Karl Doeleke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Künftige Castortransporte sollen nicht mehr ins Zwischenlager Gorleben rollen, sondern zu Kraftwerken wie Grohnde oder Unterweser. Das hat die Politik so entschieden – doch jetzt geht der Stromkonzern e.on juristisch gegen die Folgen dieses Beschlusses vor.

Michael B. Berger 10.10.2014

Ein Vater tötet seine schlafenden Kinder – die Tat bleibt nun aber juristisch ungesühnt. Wegen diffuser Wahnvorstellungen ist der Mann laut Gericht nicht schuldfähig. Statt ins Gefängnis muss er in die geschlossene Psychiatrie – vielleicht für immer.

07.10.2014

Für den Überfall auf eine Prostituierte in einem Lovemobil ist ein 27-Jähriger in Lüneburg zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht erkannte am Dienstag auf versuchte schwere räuberische Erpressung. 

07.10.2014
Anzeige