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Nach tödlichem Unfall wieder freie Fahrt auf A2

Bei Braunschweig Nach tödlichem Unfall wieder freie Fahrt auf A2

Nach dem tödlichen Lkw-Unfall von Montagabend ist die Autobahn 2 bei Braunschweig in Richtung Hannover am Dienstagabend wieder freigegeben worden. Ein Autofahrer war am Montag in Höhe des Braunschweiger Flughafens gestorben, nachdem ein Lastwagen auf der Gegenspur die Leitplanke durchbrochen hatte.

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Der Lkw durchbrach die Mittelschutzplanke, rammte ein Auto und kippte auf die Fahrerseite.

Quelle: Polizei

Braunschweig. Der 48 Jahre alte Mann war am Montagabend in seinem Wagen in Richtung Hannover unterwegs gewesen, als ein Lastwagenfahrer auf der Gegenfahrbahn in Richtung Berlin aus bislang unbekannter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und durch die Mittelleitplanke brach. Der Lastwagen rammte das Auto des Mannes und zerstörte es vollständig, teilte die Polizei mit. Der Autofahrer starb noch an der Unfallstelle. Der 38-jährige Lastwagenfahrer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. 

A2 weiter gesperrt

Die A2 ist in Richtung Hannover zwischen dem Kreuz Wolfsburg/Königslutter und Braunschweig-Flughafen weiter gesperrt. Die Arbeiten an der Strecke sollen bis mindestens Dienstagnacht andauern, vielleicht auch darüber hinaus, sagte ein Polizeisprecher. 600 Quadratmeter Fahrbahn müssten erneuert werden. Autofahrer sollten das Gebiet weiträumig umfahren. Die empfohlene Umleitung: A39 Wolfsburg/Königslutter, B6 Baddeckenstedt, A7 Derneburg/Salzgitter und A2 Hannover-Ost.

Ursache des Unfalls ist nach Angaben der Polizei vermutlich das Platzen eines Reifens vorne links beim Lkw. Dadurch geriet der Lastwagen ins Schleudern, durchbrach die Mittelleitplanke und rammte auf der Gegenfahrbahn einen entgegenkommenden Passat genau an der A-Säule. Das Auto wurde zur Seite geschleudert und völlig zerstört. Der 48 Jahre alte Fahrer des Pkw starb noch an der Unfallstelle. Der 38-jährige Fahrer des Sattelzuges wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Weil bei dem Unglück Dieselöl aus dem Lkw ausgelaufen war, musste die Autobahn die gesamte Nacht und den Dienstag in Fahrtrichtung Hannover gesperrt bleiben. Das Öl war in den offenporigen Flüsterasphalt eingesickert, so dass der Straßenbelag auf 350 Quadratmetern ausgetauscht werden musste. Allein das Abkühlen des neuen Asphalts dauert mehrere Stunden. Zudem mussten 90 Meter Leitplanken neu montiert werden.

Es feht an Ausweichstrecken

Für die Strecken in und um Braunschweig bedeutete das Dienstag den Kollaps. Weil viele Autofahrer sich bereits bei Helmstedt auf die Suche nach Alternativen machten, staute sich der Verkehr auf Landes- und Bundesstraßen bis zu zehn Kilometern weit. Das sei immer so, wenn die Autobahn gesperrt werden müsse, sagt Wolfgang Klages, Sprecher der Polizei Braunschweig.

„Wenn auf der A 2 etwas ist und wir eine Autobahnzufahrt sperren, dann fehlt es an Ausweichstrecken. Alles konzentriert sich auf die Autobahn.“ Doch die Bundes- und Landesstraßen durch die Dörfer der Region „sind nicht für diesen Verkehr ausgelegt“. Die Polizei empfehle Fahrern in Richtung Hannover, die Unfallstelle großräumig Richtung Süden über die A 39 und die A 7 zu umfahren. Doch an diese Hinweise auf den Leuchttafeln halte sich kaum jemand, so Klages. „Das wird nicht gerne gemacht.“

Am Montagmittag hatten die Beamten in der Löwenstadt zudem noch mit einem zweiten Lkw-Unfall zu tun: Ein mit 18 Tonnen Weizen beladener Lastwagen war auf der A 39 im Stadtgebiet zu schnell in eine Kurve gefahren und umgekippt. Daraufhin ergoss sich die Fracht auf die Fahrbahn, erst am späten Montagabend konnte die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Zustand der Lastwagen ist immer wieder ein Thema

Vor allem die A 2 gilt aber auch in der Region Braunschweig als besonders unfallträchtig. Mit täglich 90.000 Fahrzeugen in beiden Richtungen ist die Ost-West-Achse sehr stark ausgelastet. Jedes Jahr steigt die Verkehrslast um rund drei Prozent an. Lkw machten ein Drittel des Gesamtverkehrs aus, seien aber an der Hälfte aller Unfälle beteiligt, sagte Klages. Insgesamt 2389 Mal krachte es im vergangenen Jahr auf den Autobahnen der Polizeidirektion Braunschweig, am häufigsten auf der A 2. Dabei kamen zehn Personen ums Leben, 109 wurden schwer und 339 leicht verletzt.

Die häufigsten Unfallursachen sind zu hohes Tempo, Fehler bei Spurwechseln, zu geringer Sicherheitsabstand zum Vordermann und mangelnde Aufmerksamkeit – darunter zählt das Daddeln mit dem Handy ebenso wie der Sekundenschlaf.

Alles das scheint bei diesem Unfall keine Rolle gespielt haben, jedenfalls gebe es aktuell keine Hinweise darauf, sagt Klages. Bislang habe man nur den geplatzten Reifen als wahrscheinlichen Verursache, die Ursachenforschung sei aber noch nicht abgeschlossen.

Doch auch der Zustand der Lastwagen ist immer wieder Thema bei den Beamten. „Gerade der technische Zustand der Lkws aus Osteuropa lässt zu wünschen übrig“, sagt Klages.

HAZ-Forum zu Unfällen auf der A2

Am Mittwoch sind die zahlreichen Unfälle auf der Autobahn 2 bei Hannover Thema des HAZ-Forums. Zu Gast ist unter anderem Verkehrsminister Olaf Lies. Auf dem Podium sitzen wird auch der Vizepräsident der Polizeidirektion Hannover, Jörg Müller. Auch Ralph Goerres, Vorstand des Unternehmens B.A.S. Verkehrstechnik, wird da sein. Das Unternehmen hat im Vorfeld angekündigt, den Weg in den Diskussionssaal im Pressehaus an der August-Madsack-Straße 1 mit LED-Bodenmarkern zu bestücken.

Die HAZ führt das Forum in Kooperation mit dem ADAC durch. Entsprechend ist auch Bernward Franzky, Vorstandsmitglied des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, dabei. Benjamin Sokolovic, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen, macht die Runde komplett. Die Moderation übernimmt HAZ-Redakteur Heiko Randermann. Los geht’s um 20 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden um die HAZ-Weihnachtshilfe wird gebeten.

 

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