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Lachs-Helfer fordern bessere Fischtreppen

Nadelöhre an der Weser Lachs-Helfer fordern bessere Fischtreppen

Nach rund 15 Jahren intensiver Hilfe für die Wiederansiedlung des Lachses fordern Niedersachsens Angler mehr Unterstützung von Industrie und Politik. „Keiner der Fischpässe in der Weser ist ausreichend funktionsfähig“, kritisierte Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Landessportfischerverband LSFV.

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Allein in der Leine, die über die Aller in die Weser fließt, setzten Angler in den vergangenen 15 Jahren ehrenamtlich eine Million junge Lachse aus.

Quelle: dpa/Archiv

Die Angler bilden mit fast 90 000 Mitgliedern Niedersachsens größten anerkannten Naturschutzverband. Allein in der Leine, die über die Aller in die Weser fließt, setzten Angler in den vergangenen 15 Jahren ehrenamtlich eine Million junge Lachse aus. Doch nur ein Bruchteil der Wanderfische kam vom Meer zum Laichen zurück. Laut LSFV erschweren 4400 Querbauwerke vor allem aus der Wasserkraftindustrie und Schifffahrt den Wanderfischen die Wege zwischen Harz und Küste.

Die Angler bemängeln die Wirksamkeit bestehender Wanderhilfen. So haben etwa an der Leine seit Herbst 2013 alle zehn Wasserkraftwerke Fischpässe, sind also theoretisch durchgängig. „Was uns allerdings fehlt, ist der Nachweis der einzelnen Anlagen, dass sie überhaupt funktionieren“, sagte Günter Ohnesorge vom Verein Leine-Lachs.

Die FDP-Fraktion im Landtag fragte die Landesregierung kürzlich, ob Handlungsbedarf bestehe. Rot-Grün verneinte. Eine Zählung von nur 12 aufgestiegenen Lachsen im Jahr 2013 am Fischpass des Weserkraftwerks in Bremen-Hemelingen sei für Rückschlüsse „nur eingeschränkt“ zu gebrauchen. Die Regierung plane nicht, dem Lachs gezielt zu helfen. Indirekte Bemühungen wie Gewässer-Renaturierungen gebe es aber schon.
Laut Betreiber kostete der Fischschutz am Kraftwerk in Hemelingen rund zehn Prozent der gesamten Baukosten von gut 50 Millionen Euro.

Der Lachs und seine Feinde

Lachse legen auf ihren Wanderungen bis zu 100 Kilometer pro Tag zurück - und begegnen zahlreichen Gefahren. Schon die Brütlinge im Kiesbett sind von der später laichende Meerforelle bedroht. Später machen Süßwasser-Raubfische Jagd auf die kleinen Lachse, und besonders bei ihrer Abwanderung gen Küste kommen Vögel als Feinde dazu.

Im Meer stellen vor allem dorschartige Fische den Junglachsen nach. Die Fischerei, aber auch Seehunde sind weitere Gefahren. Hinzu kommen Veränderungen von Menschenhand; etwa Gewässerverschmutzung, Bauwerke oder Begradigungen in Flüssen und nicht zuletzt die schwindenden Kinderstuben der Lachse: Sie brauchen naturbelassene Bäche oder Flüsslein mit Kiesbetten und klarem Wasser.

dpa

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