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Der Norden Warum gibt es immer weniger Feldlerchen?
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06:00 30.01.2017
Von Gabriele Schulte
Nur knapp 20 Zentimeter groß und gefährdet: die Feldlerche. Quelle: dpa/Archiv
Hannover

Hannover. Die Lerchen auf Niedersachsens Wiesen und Feldern haben einen zunehmend schweren Stand. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) schlägt deshalb ein „Aktionsjahr für die Feldlerche“ vor. Er hat die Experten der staatlichen Vogelschutzwarte beauftragt, die Ursachen für den dramatischen Rückgang der Population zu untersuchen.

Jährliche Verluste von 4 Prozent

„Im Lauf dieses Jahres soll ein Bericht darüber vorgelegt werden, was getan werden kann und muss, um die negative Entwicklung zu stoppen“, sagte Wenzel der HAZ. „Artenvielfalt ist Lebensqualität und ein entscheidender Maßstab für den Zustand unserer Natur.“ Die Lerche als markanter heimischer Singvogel sei dabei exemplarisch.

Der Bestand dieser nur knapp 20 Zentimeter messenden Vögel, die am liebsten in vielfältigen offenen Agrarlandschaften auf Samen- und Insektenjagd gehen, hat in Mitteleuropa stark abgenommen. Im Brutvogelatlas des Landes für die Jahre 2005 bis 2008 ist von noch rund 140 000 Revieren die Rede, damit siedelten 9 Prozent der in Deutschland lebenden Lerchen in Niedersachsen. „Gefährdet“, resümiert der Bericht. „Der Abwärtstrend hat sich bis in die jüngste Vergangenheit mit jährlichen Verlusten um etwa 4,4 Prozent fortgesetzt“, sagt ein Sprecher des Umweltministeriums. „Allein in Deutschland sind seit 1990 mehr als eine Million Feldlerchen verstummt“, hatte schon Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, festgestellt.

Nur 5 Prozent des Grünlands gelten als artenreich

Wie Forscher in den USA kürzlich herausfanden, setzt den Vögeln nicht zuletzt der Klimawandel zu. Wenn Wiesen austrocknen, liefern sie nicht genug Nahrung für die Feldlerchen und ihre Jungen. Wenzel nimmt die Studie zum Anlass, um prüfen lassen, inwieweit der Klimawandel auch die Vogelwelt in Niedersachsen beeinflusst.

Der entscheidende Faktor ist aber wohl der Wandel der Landwirtschaft. „Wichtig sind der Erhalt und die Wiederherstellung einer vielfältigen, reich strukturierten Kulturlandschaft“, sagt Ulrich Thüre vom Naturschutzbund Nabu. Der Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz müssten reduziert werden. In Niedersachsen gelten nur noch 5 Prozent des Grünlands als artenreich. Auf Ertrag gezüchtete Wiesen dagegen, die mehrmals im Jahr für Grassilage gemäht werden, bieten Lerchen weder Raum für ihre Nester noch ausreichend Insekten als Nahrung.

Projekt des Bauernverbands

Die Region Hannover fördert seit 2015 ein Nabu-Projekt zum Schutz der Feldlerche, bei dem Ehrenamtliche unter anderem bei Bredenbeck und Schulenburg sogenannte Lerchenfenster auf intensiv bewirtschafteten Äckern abstecken. Auch ein Landwirt beteiligt sich an dem Vorhaben.

Kürzlich hat auch der Deutsche Bauernverband ein gemeinsames Projekt mit Naturschützern angekündigt. „Zehn Betriebe werden testen, was Blühstreifen und Lerchenfenster tatsächlich nützen“, teilte das Landvolk in Hannover mit. Aus Niedersachsen beteiligen sich ein Betrieb in der Lüneburger Heide und einer im Weserbergland.

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