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Der Norden Land weitet Krebsuntersuchungen aus
Nachrichten Der Norden Land weitet Krebsuntersuchungen aus
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00:20 19.09.2014
Giftige Förderung? In manchen Fällen kann zu große Nähe zu Erdgasfeldern gefährlich sein. Ob sie auch für Krebserkrankungen verantwortlich ist, wird zurzeit untersucht. Quelle: dpa
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Hannover

Die Landesregierung will die Gesundheitsuntersuchungen des Krebsregisters auf weitere Erdgasförderregionen ausweiten. Darauf einigten sich gestern Wirtschafts- und Sozialministerium. Bewohner der Samtgemeinde Bothel im Landkreis Rotenburg/Wümme halten es seit Längerem für wahrscheinlich, dass Stoffe wie Benzol und Quecksilber, die mit dem Lagerstättenwasser an die Erdoberfläche kommen, die Krebsrate erhöhen. Ob dies wirklich die Ursache ist, steht aber auch nach der Arbeit des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) nicht fest.

Bürgerinitiativen hatten vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen der erhöhten Krebsrate und der Erdgasförderung besteht. Jetzt werde zum einen die Ursachenforschung in ­Bothel intensiviert, zum anderen untersuche das EKN in den kommenden Monaten weitere Regionen im Umfeld von Gasförderstätten, erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Genauere Angaben, wann welche Orte in der Nähe welcher Erdgasfelder überprüft werden, machte der Sprecher noch nicht. „An den Details arbeiten momentan die Fachleute.“

Das Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg will nach Aussage seines Leiters Frank Stümpel nun versuchen, die betroffenen Patienten zu kontaktieren, um die Ursache für die Krebsfälle zu erforschen. Dazu müssen aber die anonymisierten Daten dechiffriert werden. Man wolle wissen, welche Lebensumstände der Patienten – etwa das Arbeitsumfeld – bestimmte Muster erkennen lassen, sagte Stümpel. „Wir schließen aber ausdrücklich nichts als Ursache aus.“

Eine Rückverfolgung der anonymisierten Daten sei auf zwei Wegen möglich, erläuterte der Sprecher des Landesgesundheitsamts, Holger Scharlach. Zum einen könne der Landkreis einen begründeten Antrag beim EKN stellen. Mit Zustimmung des Fachministeriums könnten dann die Daten ermittelt und somit der Patient kontaktiert werden. „Eine Abgabe an Dritte darf aber nur mit Zustimmung des Betroffenen erfolgen“, betonte Scharlach. Eine andere Möglichkeit sei, dass sich das Kreisgesundheitsamt mit einem Aufruf an die Patienten wendet. Das Gesundheitsministerium befürwortet nach Angabe eines Sprechers einen solchen Aufruf und prüft nun die juristischen Voraussetzungen.

Das Unternehmen Exxon Mobil, das in Söhlingen nahe der Samtgemeinde Bothel Gas fördert, wollte sich am Dienstag nicht zu den Untersuchungen des EKN äußern. „Wir werden die Ergebnisse mit ärztlicher Unterstützung auswerten und bitten um Verständnis, dass dies etwas Zeit in Anspruch nehmen wird“, sagte ein Unternehmenssprecher.

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