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Der Norden Land will Sportplätze vor Lärmklagen schützen
Nachrichten Der Norden Land will Sportplätze vor Lärmklagen schützen
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00:31 09.11.2016
„Sportstätten gehören in die Stadt“: Das Stadion des TSV Havelse – hier beim Ligaspiel gegen den SV Meppen – liegt in einem Wohngebiet. Das gibt oft Ärger. Quelle: Sielski
Hannover

Das Punktspiel am Wochenende, das Training in der Woche oder auch das Sportfest: Sportplätze machen Lärm, der immer häufiger zum Streitfall mit Anwohnern vor Gericht führt. Niedersachsens Sportminister will mit seinen Länderkollegen in diesem Konflikt nun ein Zeichen setzen - und den Bund dazu drängen, Sportplätzen mehr Lautstärke zu erlauben. „Es geht darum zu zeigen, dass die Sportstätten in die Stadt gehören und nicht an den Stadtrand oder ins Gewerbegebiet“, so Pistorius.

Tatsächlich ist das Problem mit den Jahren gewachsen. Viele Sportplätze, die nach dem Krieg oder vor 30 Jahren noch auf der grünen Wiese lagen, sind mittlerweile von Siedlungen umschlossen. Und damit, so Pistorius, komme es überall in Deutschland zu Streit, „und immer häufiger zu dem Ergebnis, dass dort weniger Sport getrieben werden darf“.

Wie viel Lärm ist erlaubt?

Bei einem Fußballspiel kann es schon mal laut werden, doch Sportstätten sind nicht die einzigen Lärmquellen, die im Alltag zum Problem werden können. So gilt der Verkehrslärm als eine der Hauptbelastungen für Anwohner. Allein in Deutschland leben laut Umweltbundesamt 1,8 Millionen Menschen in Ballungsräumen unmittelbar an größeren Straßen. Sie sind demnach tagsüber dauerhaft einer Belastung von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt, was etwa dem Geräuschpegel eines normalen Gesprächs entspricht. Als Richtwert gilt, dass in Wohngebieten tagsüber bis zu 50 Dezibel im Mittel an Lärm zu ertragen sein müssen, nachts maximal 35 Dezibel, das entspricht einem lauteren Flüstern. In Ortskernen mit Restaurants oder Durchgangsverkehr müssen auch nachts mitunter 45 Dezibel ausgehalten werden.

So erlebte es auch der Verein Teutonia Hamburg, dessen Fall die Länderminister wachrüttelte. Dessen Bolzplatz liegt seit über 100 Jahren im dicht bebauten Stadtteil Altona, eingebettet zwischen Wohnhäusern und einer Kirche. Als Altanlage genoss er Bestandschutz, und durfte daher fünf Dezibel lauter als die sonst gültigen 55 Dezibel (außerhalb Ruhezeiten) sein. Doch dann wurde der alte Aschebelag gegen modernen Kunstrasen ausgetauscht, und damit galten für die Sportstätte plötzlich strengere Lärmgrenzwerte, was die Vereinsoberen aber erst bemerkten, als eine Anwohnerin sie verklagte - und gewann. Nun muss mit dem Training wochentags um 21 Uhr Schluss sein, sonnabends darf auf dem Platz nur 300 Minuten gespielt werden, sonntags nur 180 Minuten - inklusive Aufwärmzeit und unter Einhaltung der Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr.

Um solche Fälle in Zukunft zu verhindern, wollen die Sportminister eine Reihe von Gesetzesänderungen:

  • Bestandsschutz: Für Altanlagen sollen weiterhin weniger strenge Lärmgrenzwerte gelten, auch wenn sie den Belag ändern.
  • Gleichbehandlung: Laut Bundesimmissionsschutzgesetz müssen Anwohner Kinderlärm von Schulhöfen oder Spielplätzen hinnehmen, die üblichen Grenzwerte gelten hier in der Regel nicht. Pistorius und seine Kollegen wollen erreichen, dass auch Sportplätze unter dieses Privileg fallen: „Das kann nicht sein, dass wir den Lärm auf Spielplätzen erlauben und ihn auf Sportplätzen nicht erlauben - das ist nicht nachvollziehbar“, sagte Pistorius.
  • Höhere Grenzwerte: Die Sportminister wollen, dass die Lärmgrenzwerte für Sportanlagen in Stadtgebieten und Ballungsräumen grundsätzlich um fünf Dezibel angehoben werden.

Die höheren Grenzwerte und der Bestandsschutz würden für erwachsene wie jugendliche Sportler gleichermaßen gelten, von dem Kinderprivileg können natürlich nur Kindermannschaften profitieren. Die Auswirkungen würden für die Anwohner nicht so dramatisch sein, vermutet Pistorius. Es gehe darum, den Betrieb der Sportanlage in einem vernünftigen Rahmen im Stadtgebiet möglich zu machen. Denn der Bau einer Schallschutzwand sei sehr teuer und an vielen Orten auch nicht ohne Weiteres möglich, sagte die Referatsleiterin im Innenministerium, Vera Wucherpfennig.

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