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Der Norden „Es wird so unverschämt gelogen“
Nachrichten Der Norden „Es wird so unverschämt gelogen“
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00:16 26.11.2016
Von Michael B. Berger
Landesbischof Ralf Meister spricht am 23.11.2016 in Hannover während der 25. Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

„Es wird viel gelogen, das ist nicht neu“, sagte Meister am Mittwoch in einer Grundsatzrede vor dem Kirchenparlament in Hannover. „Aber so offen und unverschämt, wie von den gesellschaftlichen Eliten, übrigens auch den wirtschaftlichen, in den vergangenen Monaten gelogen wurde, ist ungewohnt in unseren Demokratien“, sagte Meister.

Der Bischof hat selbst erfahren müssen, dass ihn in letzter Zeit wesentlich mehr Hassmails erreichen als früher, wenn er sich zu strittigen Themen wie etwa der Flüchtlingspolitik äußert. Nicht nur deshalb nutzte er seinen alljährlichen Bischofsbericht vor der Synode zu einer Reflexion über den Populismus, der auch bei der Diskussion um den Brexit in Großbritannien oder auch im amerikanischen Wahlkampf die entscheidende Rolle gespielt habe.

Viele Menschen wollten keine Zusammenhänge mehr verstehen, sagte der Bischof. „Wahrheit interessiert sie nicht.“ Stattdessen machten die Populisten die Stimmungslage ihrer Adressaten, deren Betroffenheiten, zum Maßstab der Politik. „Eine Stimmung wird geschürt, die Rassismus salonfähig macht, die entwürdigt und verletzt.“ Die Folge sei ein Populismus, der einfache Lösungen verspreche und angeblich Volkes Stimme zum Ausdruck bringe, tatsächlich aber nur Positionen einer Minderheit artikuliere. Gegen solche Provokateure wünscht sich Meister eine Allianz aller Verantwortlichen, die die Demokratie mit ihren Grundwerten unterstützten. „Wir sind die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung“, sagte der Bischof.

Insbesondere warnte Meister vor einer Revitalisierung völkischen Gedankenguts. „Zuerst überschreitet Sprache die Grenze, dann anderes.“ Dem müsse gerade die Kirche eine klare, verlässliche Sprache entgegenstellen, dabei aber den Menschen nicht nach dem Mund reden. Martin Luther, dessen Reformation die Protestanten gerade feiern, habe ungewöhnlich klar und populär reden können – sei aber gerade kein Populist gewesen, weil es ihm nicht um einfache Antworten ging und er dem Volk nicht nach dem Munde geredet habe.

Meister wies darauf hin, dass nach einer neuen EKD-Studie die Flüchtlingssituation in Niedersachsen wesentlich differenzierter und zuversichtlicher beurteilt werde als in Bayern, obwohl gerade dort die konkrete Hilfe für die angekommenen Syrier hervorragend gewesen sei. Er machte dieses sehr unterschiedliche Stimmungsbild vor allem an der permanenten Kritik von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer an Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich. Deutlicher Beifall im Kirchenparlament zeigte, dass die Synodalen dies auch so sehen.

Mehr Respekt wünscht sich Bischof Meister auch für die Arbeit von Landwirten in Niedersachsen. „Die Bäuerinnen und Bauern verdienen es, dass wir ihnen wertschätzend begegnen“, sagte der Landesbischof. Und dies nicht nur in Erntedankgottesdiensten.

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