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Mit 420,8 Kilogramm zum Sieg

Landesmeisterschaft der Kürbiszüchter Mit 420,8 Kilogramm zum Sieg

Wolfgang Willmann hat mit seinem Prachtexemplar zum vierten Mal die Niedersachsen-Meisterschaft im Riesenkürbiszüchten gewonnen. Um den mehr als 420 Kilogramm schweren Giganten groß zuziehen, waren Hunderte Liter Wasser pro Tag nötig. Gegessen wird der Kürbis allerdings nicht. 

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Ganz klein mit Zierkürbissen angefangen: Wolfgang Willmann aus Melle, der hier seinen 420-Kilogramm-Kürbis präsentiert. 

Quelle: Lisa Malecha

Melle. Wie viel Suppe kann man davon denn kochen? So genau kann Wolfgang Willmann diese Frage nicht beantworten, denn seine Riesenkürbisse hat er noch nie verarbeitet. 420,8 Kilogramm bringt sein Atlantic Giant auf die Waage, das Fruchtfleisch ist bis zu 30 Zentimeter dick - da könnte man den ein oder anderen Kochtopf mit füllen. „Aber ich bezweifle, dass das für den Haussegen so förderlich wäre“, scherzt der 52-Jährige aus Melle. Immerhin müsste die Familie sich dann mit Sicherheit den Rest des Jahres davon ernähren. „Außerdem gibt es weitaus leckerere Speisekürbisse - die Riesen sind nur essbar.“ Mit seinem Exemplar hat Willmann die diesjährige Niedersächsische Meisterschaft im Riesenkürbiszüchten gewonnen.

Doch was treibt einen dazu, Riesenkürbisse zu züchten? Diese Frage hört der Familienvater aus Melle häufig. „Wie kommt man drauf, sich ins Auto zu setzten und im Kreis zu fahren, nur um zu sagen: Ich war der Schnellste?“, antwortet er mit einer Gegenfrage. „Das ist einfach mein Hobby.“ Angefangen habe alles vor rund fünfzehn Jahren ganz klein mit Zierkürbissen, die er an einem Stand anbot - heute verkauft er rund 50 verschiedene Sorten vom Hof der Landschlachterei seines Schwagers. „Irgendwann habe ich dann entdeckt, dass es auch große Exemplare gibt - das wollte ich ausprobieren.“

Rekord: 467,5 Kilogramm schwerer Kürbis

Mit wachsender Erfahrung steigerte sich das Gewicht seiner Riesen von anfänglich 80 Kilogramm immer weiter. Zufrieden ist der 52-Jährige noch lange nicht, auch wenn er sich in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge den Meistertitel sichern konnte und mit seinem 2012 gezüchteten 467,5 Kilogramm schweren Kürbis auch den niedersächsischen Rekord hält. Sein Ziel: Ein Kürbis, der stattliche 600 Kilogramm auf die Waage bringt. „Ich denke das wäre auch im Norden machbar“, sagt er. „Auch wenn die Bedingungen hier nicht ideal sind.“ Denn der Kürbis brauche laue Sommernächte und Temperaturen um die 20 Grad, um ideal zu gedeihen.

Um den Weltrekord von über 1000 Kilogramm zu knacken, müsse er seine Frucht wohl in einem Wasserbett großziehen und viel Zeit investieren, sagt er. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es mit dem Pflanzen im Mai noch lange nicht getan ist“, erläutert Willmann, der von der Aussaat bis zur Ernte täglich rund eine Stunde bei seinen Pflanzen verbringt. „Man muss die Früchte ausrichten, die Ranken legen und unheimlich viel bewässern“, sagt er. Immerhin lege die Frucht während der Hauptwachstumsphase etwa zehn Kilogramm am Tag zu - da braucht sie ordentlich Flüssigkeit. „Dieses Jahr hatten wir vier Riesenkürbisse, die haben ungefähr 1000 Liter am Tag gebraucht.“ Aber nur einer hat es bis zur Ernte geschafft; die anderen sind verfault.

Man braucht schweres Gerät

Damit beim Transport zu den Meisterschaften und Ausstellungsorten - der Kürbis war unter anderem die Attraktion auf dem Meller Herbstfest und in einem örtlichen Baumarkt - gehen Willmann und sein Sohn Daniel (21) mit äußerster Vorsicht vor. „Die Dinger kann keiner mehr mit der Hand bewegen, da braucht man schweres Gerät“, erklärt er. Die Frucht wird in Decken eingehüllt, um Beschädigungen zu vermeiden. „Denn wenn der Kürbis ein Loch hat oder platzt ist er disqualifiziert“, sagt Willmann. Das sei ihm zum Glück noch nie passiert. „Wenn, dann gehen sie vorher ein.“

Und was macht man dann mit so viel Kürbis? „Verrotten lassen.“ Doch in diesem Jahr möchte er etwas neues probieren: „Im Zoo habe ich mal gesehen, dass die Elefanten mit Kürbissen gefüttert wurden - vielleicht biete ich meinen an“, sagt er. Vorher werden noch die Samen entnommen und an andere Züchter verkauft. „Für Samen des Weltmeisters kann man mehrere Hundert Euro verlangen“, sagt Willmann.

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