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Landkreis engagiert Sicherheitsmitarbeiter

Angst vor aggressiven Bürgern in Nienburg Landkreis engagiert Sicherheitsmitarbeiter

Der Landkreis Nienburg schickt im Kreishaus einen Sicherheitsmitarbeiter auf Streife – zunächst für drei Monate. Die Verwaltung zieht damit die Konsequenzen daraus, dass immer mehr Beamte sich durch aggressiv auftretende Bürger bedroht fühlen. 

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Ein Sicherheitsmitarbeiter soll im Kreishaus im Landkreis Nienburg auf Streife gehen.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Nienburg. „Die Entscheidung ist dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Mitarbeiter geschuldet“, sagt Landrat Detlev Kohlmeier (parteilos).

Im Kreishaus A, in dem die publikumsreichen Fachbereiche Soziales, Jugend und Ordnung untergebracht sind, zeigt der private Sicherheitsdienst nun in Fluren und Wartebereichen Präsenz. Zunehmend seien Bürger mit Entscheidungen nicht einverstanden. Zu Beschimpfungen neigten in manchen Fällen etwa unzufriedene Empfänger von Hartz-IV-Leistungen, Väter, die Unterhalt zahlen sollen, sowie Ausländer, denen eine Abschiebung droht. 2013 hatte es im Kreishaus einen Vorfall gegeben: Ein Waffennarr hatte einem für die Waffenerlaubnis zuständigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes massiv gedroht. Daraufhin hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Wohnung des renitenten Besuchers gestürmt.
In konfliktträchtigen Gesprächssituationen kann der Sicherheitsmitarbeiter zur Hilfe geholt werden und hält sich in angrenzenden Büros auf. Außerdem begleitet er schwierige Kunden, die ansonsten mit einem Hausverbot belegt sind, zu ihrem Termin und wieder aus dem Gebäude heraus. „Im Wesentlichen besteht die Aufgabe des Mitarbeiters darin, in Krisensituationen deeskalierend auf die Beteiligten einzuwirken“, erläutert Kreissprecher Cord Steinbrecher.

Nach Einschätzung des Landkreistages ist der Nienburger Sicherheitsmann der Erste in einem niedersächsischen Kreishaus. Einzelne Jobcenter hätten aber ebenfalls Security-Mitarbeiter eingestellt, sagt Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer.

Besonders sensibel auf Bedrohungen reagieren die Mitarbeiter im Kreishaus in Hameln, wie Landkreissprecherin Nikola Stasko berichtet. Nachdem im April 2013 ein psychisch kranker Rentner den damaligen Landrat Rüdiger Butte in dessen Büro erschossen hatte, wurde ein Konzept zur Gewaltprävention erstellt. Zu den Sofortmaßnahmen gehörten beispielsweise die Einführung eines Alarmierungssystems und die Regelung, dass Außentermine möglichst zu zweit durchgeführt werden.

„Auch bei uns kommt es immer mal wieder zu Pöbeleien oder Bedrohungen von Mitarbeitenden“, sagt Stasko. Gewalt werde aber konsequent geahndet, wenn nötig werde ein Hausverbot ausgesprochen und bei Bedarf in Einzelfällen zeitweise auch ein externer Sicherheitsdienst eingesetzt. Im Sinne von Landrat Butte habe man sich gegen einen generellen Sicherheitsdienst oder eine Einlasskontrolle entschieden, sagt die Sprecherin: „Es ist uns wichtig, dass unser Kreishaus ein offenes Haus ist.“

Offen für friedliche Bürger will auch die Kreisverwaltung Nienburg bleiben. Ob der bis Ende März befristete Einsatz fortgesetzt wird, soll sich zeigen.

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