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Die Milch ist wieder auf der Straße

Treckerfahrt als Protestaktion Die Milch ist wieder auf der Straße

Am Montagmorgen ist die Gruppe von Landwirten vom ostfriesischen Pewsum mit Polizeischutz Richtung München gestartet, seitdem haben sich immer wieder Milchbauern in den hupenden Konvoi eingereiht und sind ein Stück mitgefahren. Ihre Botschaft an die Politik ist auf Transparenten zu lesen: „Drei Milchkrisen in sechs Jahren – sofort handeln!“

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Auf nach München: Bis zum 1. September wollen die niedersächsischen Milchbauern in der bayerischen Landeshauptstadt sein.

Quelle: dpa

Pewsum/Diepholz. Mit der Staffelfahrt beteiligen sich die niedersächsischen Landwirte an einem bundesweiten Protestzug nach München, wo am 1. September eine große Kundgebung geplant ist. Organisiert wird die Fahrt vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Der derzeit extrem niedrige Milchpreis treibe viele Landwirte in den Ruin, sagt Sprecher Hans Foldenauer und beklagt: „Das Marktrisiko trägt ausschließlich der Milchviehhalter.“ Nach einem Zwischenstopp am Nachmittag vor der Deutsche-Milchkontor-Molkerei in Neubörger (Kreis Emsland) machen sich 49 Trecker und Gespanne auf den Weg nach Cloppenburg und weiter zum Nachtlager bei Georgsmarienhütte. Von Zeit zu Zeit öffnen sie einen Hahn an einem 3000-Liter-Milchtank und hinterlassen auf Land- und Ortsstraßen eine schmale weiße Spur. Beim Protest gegen ähnlich niedrige Milchpreise hatten Kollegen 2008 große Mengen Milch öffentlich auf Straßen geschüttet. Das sei diesmal nicht vorgesehen, sagt Foldenauer. 

Milchbauern demonstrieren mit Treckerfahrt - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Am Treffpunkt Cloppenburg warten bereits Landwirte aus Diepholz. Sie hatten sich zunächst dort auf dem Marktplatz versammelt und hatten unter anderem mit dem Vorsitzenden des regionalen Landvolkverbandes diskutiert. Der Bauernverband unterstützt die BDM-Sternfahrt zwar offiziell nicht. „Aber wir sollten uns nicht auseinander dividieren“, sagt Theo Runge vom Landvolk in Diepholz. Die niedrigen Milchpreise beträfen alle Milchbauern. Und den „freien Markt“, wie ihn viele im Verband und auch die Bundesregierung gerne beschwören, gebe es so wohl auch nicht. „Gerade bei kleinen und mittleren Betrieben geht es in diesem Fall an die Substanz“, meint Runge.

Mit 40 Kühen gehört Wilhelm Haarberg in Warpe (Kreis Nienburg) zu den Kleinen. „Ein Betrieb wie unserer ist in der Existenz bedroht“, sagt der 61-jährige Protestteilnehmer. Mit einem durchschnittlichen Verlust von 10 Cent pro Liter Milch sei in diesem Jahr zu rechnen. Das betreffe indirekt auch Tierärzte, Handwerker und Lieferanten: „Landwirte verschieben Käufe und Reparaturen, manche Rechnung wird verspätet bezahlt.“ Seine hofeigene „Milchtankstelle“, an der örtliche Kunden gekühlte, unbehandelte Milch für einen Euro je Liter abholen, sei da nur ein kleiner Trost.

Berufskollege Wolfgang Johanning aus Rehden bei Diepholz hat sich ebenfalls eine Nische gesucht. Der 50-Jährige hat die in den Siebzigerjahren geschlossene Molkerei im Ort gekauft und will sie als Hofmolkerei neu beleben. Doch eine Marktbereinigung beim Milchpreis sei dringend geboten, sagt der Landwirt. Deshalb fahre auch sein Sohn, sein möglicher Nachfolger, bei der Sternfahrt mit.

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