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Der Norden Lent-Kaserne soll Namen von NS-Pilot behalten
Nachrichten Der Norden Lent-Kaserne soll Namen von NS-Pilot behalten
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15:25 21.06.2017
Der seit 1964 bestehende Kasernenname bezieht sich auf Oberst Helmut Lent, einen Nachtjäger der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Quelle: Ingo Wagner/dpa
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Rotenburg/Wümme

Die Mehrheit der Abgeordneten im Rotenburger Kreistag will, dass die örtliche Lent-Kaserne weiterhin den Namen des Weltkriegspiloten trägt. Die Abgeordneten von CDU, FDP, WFB, Freien Wählern und AfD stimmten am Mittwoch gegen eine Umbenennung des Bundeswehr-Standortes. Neben Abgeordneten der Grünen stimmten auch viele SPD-Abgeordnete für eine Umbenennung.

Helmut Lent (1918-1944) war ein hochdekorierter Pilot der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Der Entschluss des Kreistages ist jedoch lediglich eine Empfehlung. Die endgültige Entscheidung muss das Bundesverteidigungsministerium treffen. Rotenburgs Stadtrat und die rund 1000 Soldaten der Kaserne hatten sich bereits gegen eine Umbenennung ausgesprochen.

"Wehrmachtszeit nicht mehr sinnstiftend"

Der Linke-Abgeordnete Nils Bassen hatte in einem Antrag einen neuen Namen für die Kaserne gefordert. In seiner Rede machte Bassen deutlich, dass der Name eines Weltkriegsfliegers für eine Kaserne heute nicht mehr zeitgemäß sei. "Die Wichtigkeit der Umbenennung sehe ich nicht nur als Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern als Symbolik für die Zukunft und den heutigen Zeitgeist", sagte Bassen. Er verwies zudem auf ein Zitat von Bundesverteidigungsministerium Ursula von der Leyen (CDU), wonach Namensgeber aus der Wehrmachtszeit nicht mehr sinnstiftend für die heutige Bundeswehr seien. Von der Leyen hatte im Mai gesagt, Lent könne kein Vorbild sein.

Reinhard Bussenius, Fraktionsvorstand der Grünen im Kreistag, schloss sich der Argumentation des Linken-Politikers an. Ob Lent ein Nazi gewesen sei, sei für ihn nicht die entscheidende Frage. Es gehe vielmehr darum, dass eine Person, die einem Unrechtsregime diente, kein Vorbild sein könne. Landrat Hermann Luttmann (CDU), der selbst als Soldat in der Lent-Kaserne gedient hatte, betonte hingegen, er finde es bedauernswert, dass man so wenig über diese herausragende Persönlichkeit wisse. Lent sei einer der erfolgreichsten Flieger der deutschen Luftwaffe gewesen. Sein Name gehöre zur Geschichte Rotenburgs und der Bundeswehr. Außerdem gebe es keine Belege dafür, dass er ein Nazi gewesen sei. Lent sei zudem religiös und mit einer Russin verheiratet gewesen.

Träger des eisernen Ritterkreuzes

Was allerdings unbestritten ist: Helmut Lent war ein sehr erfolgreicher Nachtjäger der Wehrmacht. Für besonders viele Abschüsse anderer Flugzeuge wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten ausgezeichnet, einer der höchsten Auszeichnungen des NS-Regimes. Im Alter von 26 Jahren kam er bei einem Flugunfall bei Paderborn ums Leben. Reichsmarschall Hermann Göring selbst hielt 1944 die Gedenkrede beim Staatsbegräbnis des Soldaten. Im Zusammenhang mit dem Fall des terrorverdächtigen Oberleutnants Franco A. hatte die Debatte um Kasernennamen wieder Fahrt aufgenommen. Das Bundesverteidigungsministerium wollte Namen, die nicht im Einklang mit dem heutigen Traditionsverständnis der Bundeswehr stehen könnten, überprüfen lassen. Kommunen und Soldaten sollten dabei einbezogen werden.

dpa

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