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Lösung im Streit um die Y-Trasse?

Völlig neue Variante Lösung im Streit um die Y-Trasse?

Wie soll das Schienennetz in Norddeutschland fit für die Zukunft gemacht werden? Seit Anfang des Jahres diskutieren Vertreter von Bahn, Land, Kommunen und Bürgerinitiativen im Dialogforum Schiene Nord über Neubau- und Ausbauvarianten des bestehenden Netzes.

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Protest allerorten: Die Gegner einer neuen Eisenbahntrasse wie hier in Uelzen bringen die Planer ins Grübeln.

Quelle: dpa

Hannover. Insgesamt sieben Modelle hat die Bahn durchgerechnet und präsentiert, die bekannteste darunter ist die Y-Trasse – eine Neubaustrecke zwischen Bremen, Hamburg und Hannover. Doch im Dialogforum hat sich nun ein anderes Modell in den Vordergrund gespielt: Die sogenannte Alpha-Variante, die auf den gezielten Ausbau der Engpässe bestehender Strecken setzt. Vor allem bei Kommunen und Bürgerinitiativen hat Alpha großen Rückhalt und wird auch von Bund und Land ernst genommen. Entworfen hat den Plan die Celler SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. Alpha verzichtet auf neue Trassen und sieht stattdessen einen gezielten Ausbau bestehender Strecken vor. Ziel ist es, die Güterverkehre aus den Seehäfen besser zu verteilen, um so für Entlastung des Netzes zu sorgen. Um folgende Abschnitte geht es:

Lüneburg–Uelzen: Die schon jetzt viel befahrene Strecke soll von zwei auf drei Gleise ausgebaut werden. Damit sollen vor allem Waren aus dem Hamburger Hafen schneller nach Süden und Osten gebracht werden können.

Rotenburg–Verden und Nienburg–Minden: Die Strecken sollen von derzeit einem auf zwei Gleise erweitert werden.Über diese Strecken sollen Waren aus Bremen abtransportiert werden, aber auch solche aus Hamburg, die sonst über Celle und den Knotenpunkt Hannover Richtung Ruhrgebiet gelaufen wären.

Langwedel–Uelzen–Stendal: Auch „Amerika-Linie“ genannt. Derzeit nur eingleisig, sie soll auf zwei Gleise ausgebaut werden. Viele Güter aus den Seehäfen gehen Richtung Osteuropa. Bislang müssen sie dafür aus Bremen über Wunstorf und Hannover laufen. Durch die „Amerika-Linie“ würde der Verkehrsknotenpunkt an der Landeshauptstadt deutlich entlastet werden.

 Nienburg–Wunstorf: Kein neues Gleis, dafür Blockverdichtung, was bedeutet, dass dank moderner Technik mehr Züge rollen. Dafür müssten Signalanlagen ausgetauscht und Ausweichgleise geschaffen werden. 

Die Alpha-Variante „ermöglicht einen stark verbesserten Abfluss der Verkehre aus Hamburg und Bremen ohne zusätzliche Neubaustrecken und führt außerdem zu einer erheblichen Entlastung des Eisenbahnknotens Hannover“, meint Lühmann. Allerdings müsse eingeplant werden, das bei dem Ausbau der bestehenden Strecken dort der Lärmschutz verbessert werden muss.
Die meisten Bürgerinitiativen, die vor allem gegen jeden Neubauplan protestierten, hat Lühmann bereits für sich gewinnen können. Alpha sei „diejenige der vorliegenden Alternativen, die die allermeisten der im Forum beteiligten Bürgerinitiativen bevorzugen“, sagt Jan-Hendrik Hohls, Vorsitzender des „Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau“.

Land und Bahn wollen den Prozess neutral beobachten und halten sich daher mit einer Bewertung zurück. Für Aufregung hatten jüngst Ausführungen des Bahn-Bevollmächtigten Ulrich Bischoping gesorgt. Der hatte vor dem Forum erklärt, dass die Alpha-Version am schnellsten zu realisieren sei. Alle Neubau-Varianten wie die Y-Trasse könnten frühestens 2030 fertig sein und würden erst dann für Entlastung sorgen. Die Alpha-Variante könne dagegen „deutlich früher“ und in Abschnitten fertig werden. „Das hat schon einen gewissen Stellenwert“, räumte Bischoping ein, zumal es durch steigende Güterverkehre schon vor 2030 zu deutlichen Engpässen kommen werde.

Nun soll ein Arbeitskreis aus Forumsteilnehmern und Bahnexperten die Alpha-Version optimieren. Das nächste Treffen des Dialogforums findet am 11. September statt. Im November will das Forum seine Arbeit beenden.

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