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Luchs bewacht vom Hochsitz aus seine Beute

Ungewöhnlicher Schnappschuss Luchs bewacht vom Hochsitz aus seine Beute

Hochsitze sind etwas für Jäger - und so erklomm auch ein Luchs im Solling das Bauwerk, um einen guten Kontrollblick auf ein erbeutetes Hirschkalb zu haben. Dabei wurde er zur Beute eines Foto-Jägers.

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Ein Luchs liegt im Solling bei Uslar (Niedersachsen) auf einem Hochsitz und bewacht seine Beute, die auf einer Lichtung liegt.

Quelle: dpa

Dassel . Ein ungewöhnlicher Schnappschuss ist einem Waldarbeiter im südniedersächsischen Solling gelungen. Im Forstamt Dassel (Landkreis Northeim) hat er einen wilden Luchs fotografiert, der auf einem überdachten Hochsitz lauert.

Die Raubkatze habe aus der Höhe ihre Jagdbeute bewacht, berichtete am Freitag der Sprecher der niedersächsischen Landesforsten, Michael Rudolph. Das gerissene Rothirschkalb hatte der Luchs auf einer Wildwiese in der Nähe abgelegt. Im Harz wurden von 2000 an Luchse ausgewildert. Die Population vergrößert sich seither stetig. Der im Solling fotografierte Luchs stammt vermutlich von den Harzer Luchsen ab.

„Wir wissen, dass Luchse sich gerne auf Hochsitzen aufhalten“, sagte der Leiter des Harzer Luchsprojektes, Ole Anders. „Die Plätze liegen im Trockenen und bieten den Tieren eine gute Aussicht.“ Wenn Luchs-Risse gemeldet werden, schauen die Experten deshalb regelmäßig auch auf nahe gelegenen Hochsitzen nach. Dabei seien wiederholt Haare der Raubkatzen gefunden worden, die für DNA-Untersuchungen genutzt werden. Dass es gelingt, einen Luchs auf dem Hochsitz zu fotografieren, sei allerdings „etwas ganz Besonderes“.

„Als der Waldarbeiter den Luchs auf der Jagdeinrichtung im Solling sah, konnte er es zunächst kaum glauben“, sagte Forstsprecher Rudolph. Die Raubkatze habe sich nicht entfernt und auf ihrem Platz auch noch ausgeharrt, als der Mitarbeiter nach einiger Zeit mit einer Kamera zurückkehrte. Anschließend ließ es der Luchs zu, dass der Waldarbeiter sich bis auf 30 Meter näherte und Fotos schoss.

Die Erklärung für dieses Verhalten: „Wenn Luchse Beute gemacht haben, bleiben sie in der Nähe, um Nahrungskonkurrenten wie etwa Füchse fernzuhalten“, sagte Rudolph. Von einem Rothirschkalb könne sich ein Luchs gut eine Woche ernähren.

In den naturnah bewirtschafteten Wäldern des Sollings hat sich der Luchs nach Angaben der Landesforsten bereits vor einiger Zeit angesiedelt. Er gehöre mittlerweile zum festen Wildtierbestand, sagte Dassels Forstamtschef Thomas Reulecke.

Auch in anderen Waldgebieten der Region breiten sich die Wildkatzen weiter aus. Im Hils nördlich von Hameln seien jetzt erstmals junge Luchse geboren worden, sagte Projektleiter Anders. Es handele sich um drei bis vier Jungtiere. Auch im niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes bei Hann. Münden wurden jetzt erstmals Luchs-Junge registriert.

dpa

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