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Der Norden Wer legte das Feuer in "Rote Rosen"-Kulisse?
Nachrichten Der Norden Wer legte das Feuer in "Rote Rosen"-Kulisse?
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00:18 11.12.2015
Zwei Jahre nach dem Brand am Stintmarkt: Die ersten Mauern stehen. Quelle: Carolin George
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Lüneburg

Fachwerkhäuser und ein alter Kran am Fluss: Die Bilderbuchansicht des Lüneburger Hafens kennen viele Menschen. Wenn nicht aus der Realität, dann aus der ARD-Serie „Rote Rosen“, die jeden Tag 1,6 Millionen Zuschauer verfolgen. Doch seit Dezember 2013 hat das schmucke Panorama eine Wunde: Ein besonders großes Fachwerkhaus mit rosa Fassade, im Keller ein Irish Pub, im Erdgeschoss ein italienisches Restaurant und darüber Wohngemeinschaften von Studenten, ist abgebrannt. Nach einem verheerenden Feuer musste das 150 Jahre alte Gebäude wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Nur der Keller aus dem 16. Jahrhundert wurde gerettet.

Zwölf Menschen lebten in dem Haus, alle konnten sich rechtzeitig retten, waren aber von einem Augenblick auf den anderen wohnungslos. Das Feuer war in der Nacht nach einer Explosion im Erdgeschoss ausgebrochen, rund 1500 Rettungskräfte waren an drei Tagen im Einsatz. Schwierigkeiten machte vor allem die Lage am alten Hafen: Das historische Haus steht direkt am Wasser.

„Das war aber nicht das einzige Problem“, sagt Lüneburgs Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft. Viel problematischer sei gewesen, dass die Feuerwehrleute das Gebäude nicht betreten konnten, weil das Erdgeschoss bereits in Flammen stand, als sie anrückten. „Normalerweise gehen wir hinein, löschen und gehen wieder hinaus“, so Diesterhöft. „Von außen löschen zu wollen bringt nichts, wenn Wände, Fenster und Dachhaut noch intakt sind.“

Lüneburg insgesamt ist bei Feuer brandgefährlich: Die vielen historischen Häuser, 1300 davon denkmalgeschützt, besitzen keine Brandmauern, die ihren Namen verdienen. Da ist das Feuer vor zwei Jahren im Verhältnis noch glimpflich abgelaufen.

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Ein Bagger steht neben der Brandruine am in der historischen Innenstadt von Lüneburg. Nach dem Großbrand im Lüneburger Hafenviertel Stintmarkt ist die Feuerwehr weiterhin im Einsatz. Das Gebäude war völlig ausgebrannt, auch benachbarte Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Wer den Brand gelegt hat, weiß bis heute niemand. Klar ist nur: Es war Brandstiftung. An mehreren Stellen fand die Polizei Brandbeschleuniger im Restaurant. Eine 15-köpfige Sonderkommission hatte wegen versuchten Totschlags und schwerer Brandstiftung ermittelt, 20 000 Euro waren für Hinweise ausgelobt. Doch die Beamten wissen bis heute nur so viel: Ein Mann verschwand in der Nacht eilig durch eine dunkle Seitengasse in der Küche eines gegenüberliegenden italienischen Lokals. Ein Verfahren wegen Beihilfe gegen den Koch des zweiten Lokals wurde eingestellt.

Dass es auch in der schmucken Kleinstadt eine Parallelgesellschaft mit organisierter Kriminalität gibt, bestreitet in Lüneburg wohl niemand mehr. Ausgepackt hat aber keiner. Selbst als die Polizei mithilfe des Landeskriminalamts einen anonymen Briefkasten im Internet einrichtete und den Fall in der Fernsehsendung „Akte XY ... ungelöst“ vorstellte: Der entscheidende Tipp blieb aus.

Während die Hintergründe des Brandes vermutlich für immer verborgen bleiben werden, sind die ersten Steine des Neubaus bereits zu sehen. Der Eigentümer lässt das Haus für gut 3,5 Millionen Euro originalgetreu wiederaufbauen. Die Arbeiten verzögerten sich, unter anderem weil die Originalpläne des abgerissenen Hauses nicht mit der Realität übereinstimmten. Statt Ende des Jahres soll die Lücke im Postkartenidyll nun im nächsten Sommer geschlossen sein.

Von Carolin George

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