Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Mann will Mutter töten, ersticht aber Fremden

Prozess Mann will Mutter töten, ersticht aber Fremden

Ein Mann muss sich seit Dienstag am Landgericht Braunschweig verantworten. Dieser hatte im Februar einen Mann in einem Patientenbett im Klinikum Wolfsburg erstochen – in der Annahme, es handele sich um seine Mutter.

Voriger Artikel
Eine Tonne Hühnerkot bremst Autofahrer aus
Nächster Artikel
Brutale Attacke auf Muslimin mit Kopftuch

Der 40-jährige Angeklagte schweigt am ersten Prozesstag.

Quelle: dpa

Braunschweig. Wenn die Krankenschwestern über das Geschehen am 15.  Februar im Klinikum Wolfsburg berichten, müssen einige noch weinen. In einem der Patientenbetten wird an diesem Tag ein Mann mit einem Küchenmesser niedergestochen. Der Angreifer muss sich seit Dienstag am Landgericht Braunschweig verantworten.

Der mutmaßliche Mord ist das Resultat aus psychischen Problemen, Drogen und einer folgenschweren Verwechslung. Zu den Vorwürfen schweigt der 40 Jahre alte Angeklagte. Doch für die Staatsanwaltschaft steht fest: Er hat einen demenzkranken, 85 Jahre alten Patienten umgebracht – in der Annahme, es handele sich um seine Mutter.

Mit einem Messer bewaffnet war er in die Klinik gekommen. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mutter schon einige Tage auf der Station, weil ihr Sohn sie zuvor schwer verletzt hatte. Immer wieder war es zwischen den beiden zum Streit gekommen. Der Angeklagte leidet seit Jahren an einer Psychose, er fühlte sich bedroht. „Er ging davon aus, dass seine Mutter der Teufel sei“, erklärt ein psychiatrischer Gutachter vor Gericht.

Mann versucht sich nach Tat selbst umzubringen

Obwohl die Mutter ihn an diesem Tag nicht sehen will und die Krankenschwestern den Mann wegschicken, kehrt er zurück. Zu ihrem Schutz und aus praktischen Gründen wechselt die Mutter in der Zwischenzeit das Zimmer. Das 85 Jahre alte spätere Opfer wird in den freien Raum verlegt. Als der Angreifer noch einmal auftaucht, reagiert er nicht auf die Krankenschwestern, die ihn wegschicken wollen. Er geht ins vermeintliche Zimmer seiner Mutter, sieht dort den 85-Jährigen liegen. Weil er glaubt, seine Mutter habe die Gestalt des Mannes angenommen, um ihn zu täuschen, sticht er trotzdem zu. Dann geht er.

Polizisten nehmen den 40-Jährigen wenig später bei einem Bäcker fest, wo er an einem Stehtisch ein Brötchen isst. Die scheinbare Teilnahmslosigkeit ist für die Staatsanwaltschaft Ausdruck der psychischen Krankheit. Erst bei der Festnahme fällt auf, dass der Mann eine blutige Stichverletzung am Bauch hat, weil er noch vor der Tat versucht hatte, sich selbst umzubringen.

Für schuldfähig hält die Staatsanwaltschaft den 40-Jährigen nicht. Sie will den Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus unterbringen lassen. Ein Urteil wird Ende des Monats erwartet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Weihnachtsfeier in Flüchtlingslager Friedland

Weihnachtliche Stimmung im Grenzdurchgangslager Friedland: Zur Weihnachtsfeier mit den Flüchtlingen am Freitag kam auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.