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Mann soll Frau mit heißem Öl verletzt haben

Prozess in Hamburg Mann soll Frau mit heißem Öl verletzt haben

Ein Ehemann soll seine Frau mit heißem Öl übergossen haben. Sie überlebte den Angriff nur knapp. In dem Prozess vor dem Hamburger Landgericht fordert die Staatsanwaltschaft elf Jahre Haft wegen versuchten Mordes sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung.

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 Vor dem Hamburger Landgericht muss sich ein Mann verantworten, der seine Frau mit Öl übergossen haben soll.

Quelle: dpa

Hamburg. Der Angeklagte hat nach Angaben seines Anwalts gestanden, seine Ehefrau mit heißem Öl überschüttet zu haben. Die Hamburger Staatsanwaltschaft fordert nun wegen versuchten Mordes sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung elf Jahre Haft für den 49-Jährigen.

Die Frau war am Morgen des 8. September vergangenen Jahres gerade beim Duschen, als ihr Mann mit einem Topf ins Badezimmer gekommen sei, erklärte die Staatsanwältin. Er habe gerufen: "Guck mal!". Als die Frau völlig ahnungslos den Duschvorhang zur Seite zog, habe der Mann drei Liter Öl über sie geschüttet. Danach ließ er die Frau um Hilfe schreiend in der Wohnung zurück und stellte sich der Polizei. Vor der Tat habe er mit seiner Frau Sex haben wollen, was aber wegen einer Erektionsstörung nicht geklappt habe.

Staatsanwältin zeichnet vernichtendes Bild

Die Staatsanwältin zeichnete ein vernichtendes Bild des Angeklagten. Nach der Flucht aus Afghanistan im Jahr 1995 habe er in Deutschland nicht Fuß gefasst. Er habe sich arbeitsunfähig schreiben lassen und behauptet, unter einer schweren Erkrankung zu leiden. Auch habe er sich nicht um die Familie gekümmert, die Kinder und die Ehefrau geschlagen und ihr mehrfach mit dem Tod gedroht.

Von der Frau, die einer Arbeit nachging, und einer Tochter habe er immer wieder Geld gefordert, um es in einer Spielhalle zu verprassen. Voller Eifersucht habe er seine Frau überallhin begleitet und sie häufig von der Arbeit abgeholt. "Er führte ein Leben als Familientyrann", sagte die Staatsanwältin.

Mit dem heißen Öl habe er seine Frau nicht nur verletzen und demütigen, sondern auch töten wollen. "Sie sollte spüren, dass sie sich falsch verhalten habe. Er sei ein Mann, sie habe ihn zu ehren", habe der Angeklagte geglaubt. Der Mann könne sich aber nicht auf kulturelle Unterschiede berufen - was er getan habe, sei auch in seiner Heimat Afghanistan verboten, betonte die Staatsanwältin. Bei der Polizei habe er in gebrochenem Deutsch erklärt: "Frau totgemacht."

Die Frau lag drei Wochen auf der Intensivstation

Nach Feststellung von Ärzten und Gutachtern erlitt die Frau Verbrennungen zweiten Grades auf 44 Prozent ihrer Hautfläche. Sie lag drei Wochen auf der Intensivstation, anfangs mit einer Überlebenschance von nur 20 Prozent. Zum Wechseln der Verbände habe man sie jedes Mal in Narkose versetzen müssen. Sie leide unter schweren Spätfolgen und sei arbeitsunfähig.

Der Verteidiger sah keinen Tötungsvorsatz. Sein Mandant sei patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen stark verhaftet, erklärte der Anwalt. "Er wollte seine Frau bestrafen, nicht töten." Nach der Tat habe er noch gesehen, wie sich die Ehefrau aus der Wanne schleppte und im Treppenhaus vergeblich um Hilfe schrie. "Er hätte sie erdrosseln, erwürgen können." Auch eine schwere Körperverletzung liege nicht vor, da die Ärzte eine relativ günstige Prognose für die Abheilung der Verletzungen gegeben hätten. Der Verteidiger bat das Gericht um eine milde Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Angeklagte, der die Plädoyers mit gesenktem Kopf verfolgt hatte, beteuerte in seinem mit Vehemenz vorgetragenen Schlusswort, dass er seine Frau liebe. "Ich war irgendwie gezwungen, einen Fehler zu machen", sagte er nach den Worten einer Dolmetscherin. "Ich war in dem Moment verärgert. Eigentlich möchte ich mich bei allen entschuldigen." Das Urteil will das Gericht am Donnerstag verkünden.

dpa

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