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Der Norden Margot Käßmann lebt wieder in Hannover – und geht in Rente
Nachrichten Der Norden Margot Käßmann lebt wieder in Hannover – und geht in Rente
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12:18 22.02.2018
Margot Käßmann (59) verabschiedet sich in den Ruhestand.  Quelle: dpa
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Hannover

Bei Kirchentagen füllt sie die größten Hallen, ihre Bücher sind Bestseller, und wenn sie vom Glauben spricht, findet sie mehr Gehör als Theologen für gewöhnlich finden. Margot Käßmann ist für viele das Gesicht der evangelischen Kirche schlechthin – und eine der beliebtesten Hannoveranerinnen. Als solche feiert sie jetzt ein Comeback: Vor wenigen Tagen ist Deutschlands beliebteste Theologin von Berlin zurück nach Hannover gezogen.  

„Ich freue mich darauf, hier alten Freunden wieder zu begegnen“, sagt die 59-Jährige, die eine Wohnung im Zooviertel gemietet haben soll, der HAZ. Sie habe sich der Stadt immer heimatlich verbunden gefühlt. Allerdings werde Hannover, wo zwei ihrer vier Töchter leben, nur ein zweites Standbein für sie sein: „Ich habe vor, möglichst viel Zeit auch auf Usedom zu verbringen“, sagt sie. Auf der Ostseeinsel hat Käßmann seit Längerem ein Haus.

Empfang vor der Marktkirche 

Der Umzug fällt mit einem Einschnitt in Käßmanns Biografie zusammen: Im Juni wird die frühere Landesbischöfin 60 Jahre alt; mit einem Festgottesdienst in der Marktkirche wird sie am 30. Juni in den Ruhestand verabschiedet. „Vermutlich wird es dann auch einen Empfang vor der Marktkirche geben“, sagt Benjamin Simon-Hinkelmann, Sprecher der Landeskirche. 

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Margot Käßmann ist in der Evangelischen Kirche eine schillernde Person. Das Leben der früheren Landesbischöfin von Hannover und EKD-Ratsvorsitzende in Bildern.

Käßmann ist nach wie vor Pastorin der Landeskirche und nutzt die Möglichkeit des Niedersächsischen Beamtenrechtes, im Alter von 60 Jahren mit Abschlägen in Pension zu gehen. Schon vor Wochen hatte sie erklärt, sie freue sich auf den Ruhestand, um mehr Muße zum Lesen und Schreiben zu haben – und mehr Zeit für ihre Enkelkinder.

Bemerkenswerte Karriere 

In Hannover machte Margot Käßmann eine der bemerkenswertesten Kirchenkarrieren seit der Reformationszeit: Mit nur 42 Jahren wurde sie hier 1999 Landesbischöfin, im Jahr 2009 avancierte die begnadete Predigerin als erste Frau zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die mediengewandte Theologin mischte sich immer wieder in öffentliche Debatten ein („Nichts ist gut in Afghanistan“), auch Krisen wie ihre Krebserkrankung und ihre Scheidung versteckte sie nicht.  

Als Deutschlands höchste Protestantin nach einer Alkoholfahrt 2010 von ihren Ämtern zurücktrat, blieb sie für viele die „Bischöfin der Herzen“. Ihr Schritt wurde als konsequent und authentisch respektiert – zumal Käßmann auch diese dramatische Stunde noch zur theologischen Verkündigung nutzte: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“, erklärte sie damals. Ein Zitat aus einem alten Kirchenlied. Als Botschafterin des Reformationsjubiläums 2017 erlebte sie später ein glorreiches Comeback; im vergangenen Jahr war sie medial fast omnipräsent. 

„Ich verstehe es, dass sie nach so vielen Jahren mit vollen Terminkalendern mehr Zeit für sich haben möchte“, sagt Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann. In ihrer Kirche hatte Käßmann auch in den vergangenen Jahren immer wieder gepredigt. Und künftig wird der Weg hierher noch kürzer sein. 

Von Simon Benne

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