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Entkommener Mörder weiter auf der Flucht

Maßregelvollzug Mohringen Entkommener Mörder weiter auf der Flucht

Von einem aus dem Maßregelvollzug in Moringen (Kreis Northeim) entkommenen, verurteilten Mörder fehlt weiter jede Spur. Wie die Polizei mitteilte, gebe es weiter keine neuen Erkenntnisse zu dem Aufenthaltsort des 39-Jährigen.

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Quelle: dpa

Mohringen. Der wegen Mordes im Jahr 1998 in Bremen verurteilte Mann war am Dienstag von seinem unbegleiteten Ausgang nicht zurückgekehrt. Als er während einer Therapiesitzung in Northeim in das Landeskrankenhaus Moringen zurückgeholt werden sollte, konnte er entkommen. 

Am Mittwochabend wurde eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Entflohenen eingeleitet. Die Polizei Bremen veröffentlichte dazu ein Foto des Gesuchten. Eine akute Gefahr für die öffentliche Sicherheit sei nicht anzunehmen, teilte das Maßregelvollzugszentrum mit.

1998 wegen Mordes verurteilt

Nach Angaben des Sozialministeriums war der 39-Jährige nach einem 1998 begangenen Mord im Bremer Drogenmilieu verurteilt worden. Aufgrund einer psychischen Erkrankung wurde er ab Herbst 2002 zunächst im Maßregelvollzug in Bremen untergebracht. Nachdem es dort zu Drogenrückfällen gekommen war, wurde er im Juli 2015 von Bremen nach Niedersachsen verlegt. Die Ärzte hätten prüfen wollen, ob ein Neustart möglicherweise größere Erfolgsaussichten biete. Während der weiteren Therapie im niedersächsischen Maßregelvollzugszentrum Moringen seien dann auch keine Straftaten bekannt geworden, sagte Ministeriumssprecher Uwe Hildebrandt. Deshalb habe man ihm Lockerungen in Form von unbegleiteten Ausgängen gewährt.

Zuletzt machte der 39-Jährige eine ambulante Therapie in einer Einrichtung für Suchtkranke in Northeim. Auch am Dienstagvormittag war er zu einem Therapietermin nach Northeim gefahren. Als dort Betreuer aus dem Maßregelvollzugszentrum auftauchten, um ihn vorzeitig abzuholen, riss er sich auf dem Weg zum Auto los und rannte davon. Die Betreuer hatten ihn nach Moringen zurückbringen wollen, weil eine Mitpatientin schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte. Sie hatte berichtet, dass der 39-Jährige sie unter Druck gesetzt und aufgefordert habe, Drogen ins Maßregelvollzugszentrum zu schmuggeln. Die ärztliche Leitung habe ihn mit diesen Vorwürfen konfrontieren wollen, sagte Ministeriumssprecher Hildebrandt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, war der Mann 2014 während seiner Unterbringung in Bremen schon einmal flüchtig gewesen. Er sei dann in Bremen wieder festgenommen worden.

Flucht-Fälle häufen sich

In den vergangenen Monaten waren bereits mehrere Männer aus dem Maßregelvollzugszentrum Moringen entkommen. Im Juli 2015 war ein psychisch kranker Straftäter geflohen, als er Küchenabfälle zum Container brachte. Erst Anfang Mai hatte  ein aus dem Maßregelvollzug entflohener 36-jähriger Patient eine Seniorin in Wunstorf überfallen und schwer verletzt. Infolgedessen ist  eine Debatte darüber entbrannt, ob in Niedersachsen zu nachlässig mit gefährlichen Straftätern umgegangen wird. Sozialministerin Cornelia Rundt räumte „Fehleinschätzungen“ der Fachleute ein. Sie kündigte an, dass das System der Lockerungen vom Vollzug überprüft werden soll.

Der CDU-Abgeordnete Reinhold Hilbers erklärte, Sozialministerin Cornelia Rundt sei mit dem Maßregelvollzug „völlig überfordert“, sie müsse strengere Maßstäbe bei Gutachten zu Vollzugslockerungen aufstellen. Die FDP-Abgeordnete Sylvia Bruns sagte, das Flickwerk der Ministerin reiche nicht mehr aus.

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Maßregelvollzug in Moringen
Foto: Zurück in den Maßregelvollzug: Der verurteilte Mörder konnte gefasst werden.

Der aus dem Maßregelvollzug im niedersächsischen Moringen entkommene verurteilte Mörder ist in der Nacht zu Sonnabend von der Polizei gefasst worden. Das gab die Staatsanwaltschaft Bremen bekannt. Nach Angaben der Polizei wurde er am Freitagabend gegen 23.30 Uhr im Bremer Stadtgebiet von der Polizei gefasst.

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