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„Jetzt geht es Dennis gut“

Meine gute Nachricht 2015 -Teil 5 „Jetzt geht es Dennis gut“

Was ist die beste Nachricht des Jahres? Da hat sicher jeder seine eigene Meinung. Sechs Leser erzählen ihre persönliche Geschichte: Heute berichten Stephan Willems und Nils Gosau über eine ungewöhnliche OP.

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Mehr Lebensqualität für Dennis: Prof. Stephan Willems (hinten) und Dr. Nils Gosau vom Universitären Herzzentrum des Universitätsklinikums Eppendorf haben dem 19-Jährigen einen neuartigen Herzschrittmacher eingesetzt. Foto: Rauhe

Quelle: Michael Rauhe
Dennis 4,77 MB

Hamburg. Mit einem neuartigen Herzschrittmacher konnten wir einem 19 Jahre alten Jungen ein neues Leben schenken. Dennis hat wegen eines schweren angeborenen Herzfehlers schon etliche Operationen hinter sich und ist seit seinem vierten Lebensjahr auf einen Schrittmacher angewiesen, weil sein Herz sonst zu langsam schlägt. Achtmal war der Schrittmacher bereits gewechselt worden. Im April dieses Jahres ging es dem Jungen sehr schlecht. Er hat fast nur noch gelegen. Schon bei den kleinsten Anstrengungen wurde ihm schwindelig, und er war immer sehr müde.

In diesem Zustand kam er zu uns in das Universitäre Herzzentrum des Universitätsklinikums Eppendorf. Seine Herzfrequenz lag bei 20 Schlägen pro Minute. Normal sind etwa 70 bis 80 Schläge pro Minute. Wir haben noch versucht, das Gerät wieder zu aktivieren. Aber das hat nicht funktioniert. Danach war klar: Der Junge brauchte einen neuen Herzschrittmacher.

Doch ein herkömmlicher Herzschrittmacher kam bei dem Jungen wegen Veränderungen in den Blutgefäßen durch die vielen Voroperationen nicht infrage. Es war aufgrund der Vernarbungen am Herzen auch nicht mehr möglich, die Sonde, wie in den vergangenen zehn Jahren, von außen auf den Herzmuskel aufzunähen.

Weil es also keine Möglichkeit mehr gab, den Jungen mit einem neuen Herzschrittmacher zu versorgen, wurde bereits eine Herztransplantation in Erwägung gezogen. Das ist ein schwerer Eingriff, nicht nur die Operation selbst, sondern auch die Behandlung danach. Denn die Patienten müssen lebenslang Medikamente einnehmen, die eine Abstoßungsreaktion ihres Körpers auf das fremde Organ unterdrücken.

Wir wussten aber zu dem Zeitpunkt, dass demnächst ein neuer Herzschrittmacher auf den Markt kommen sollte, der ganz ohne Sonden funktioniert und per Katheter in das Herz eingesetzt wird.Wir haben zu dem Hersteller Kontakt aufgenommen und gesagt, dass wir unbedingt dieses System haben müssen, um den Jungen zu retten. Aufgrund der Dringlichkeit erhielten wir von der Hamburger Ethikkommission eine Ausnahmegenehmigung, den neuen Herzschrittmacher bei Dennis einzusetzen. Das war die erste Implantation in Deutschland noch vor der Markteinführung des neuen Gerätes im Juni dieses Jahres.

Wir waren sehr froh, als es Ende April endlich so weit war, dass wir den Herzschrittmacher einsetzen konnten. Das ist eine winzige Kapsel, die etwa zwei Zentimeter lang ist und einen Durchmesser von fünf Millimetern hat. Diese Kapsel haben wir über einen Katheter von der Leiste aus bis in die Spitze des rechten Herzens vorgeschoben und sie dort platziert. Sie hat sich an der Innenwand der rechten Herzkammer verhakt und kann nicht mehr verrutschen. Wir sind sehr glücklich darüber, dass es Dennis jetzt, ein halbes Jahr später, so gut geht. Er treibt Sport und hat eine Ausbildung angefangen. An den Wochenenden ist er zu Hause bei seinen Eltern und seinem Bruder - und bei seinen Freunden, mit denen er gern Billard spielen geht.

Es kommt häufiger vor, dass Patienten mit angeborenen Herzfehlern nach mehreren Operationen schon in jungen Jahren einen Herzschrittmacher brauchen, aber solch einen Fall hatten wir hier noch nicht.

Aufgezeichnet von Cornelia Werner

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