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Der Norden Merkel und Gauck bei Versöhnungsgottesdienst
Nachrichten Der Norden Merkel und Gauck bei Versöhnungsgottesdienst
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00:15 14.03.2017
Von Michael B. Berger
Angela Merkel besucht den Versöhnungsgottesdienst. Quelle: Stratenschulte/dpa
Hildesheim

Da stehe er doch ein wenig wie der Heilige Josef neben der Krippe, sagt Bundespräsident Joachim Gauck: "Etwas abseits vom Zentrum, wie eine Randfigur, Ochs und Esel sind näher am Zentrum." Und das Staatsoberhaupt schaue, wie einst der Heilige Josef, nur noch staunend zu, sagte Joachim Gauck. Und zum ersten Mal lachten alle in der Kirche.

Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum feiern Protestanten und Katholiken einen Versöhnungsgottesdienst - unter anderem mit Angela Merkel und Joachim Gauck.

Gauck, der ehemaligen protestantische Pastor, der in einer Woche sein Amt an Frank-Walter Steinmeier abgibt, war zu Gast beim Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim. Ausgerechnet im Reformationsjubiläumsjahr feierten Protestanten und Katholiken vor Gauck und Kanzlerin Angela Merkel ein großes Versöhnungsfest. In der festungsartig abgesicherten Michaeliskirche, die auf einem Hügel über der niedersächsischen Domstadt thront, gelobten EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm und sein katholisches Gegenüber Kardinal Reinhard Marx, möglichst viele Dissonanzen zwischen den Konfessionen auszuräumen und gemeinsam für die Sache Christi einzureten. Sie bekannten in einem äußerst feierlichen Fernsehgottesdienst, der nur wegen der "Sportschau" nach 55 Minuten sein Ende fand, das Gemeinsame zu suchen und auf Eigenprofilierung zu verzichten. Ein bisschen gelobten sie wie Pfadfinder, künftig Gutes zu tun, weitere Zeichen der Verbundenheit zu setzen.

Marx und Bedford-Strohm, der eine im Kardinalshabit, der andere im schwarzen Talar, redeten in einer Dialogpredigt äußerst vertraut miteinander. "Ich finde es großartig, dass ihr evangelischen Christen uns eigeladen habt", sagte der Kardinal. "Wir freuen uns, dass ihr das Reformationsfest mit uns feiert", antwortete der EKD-Ratsvorsitzende. Und der Bundespräsident sprach später von einem "Wunder", ja von einer "schweren Geburt". Denn ein solcher Gottesdienst wäre noch vor 50 Jahren in Deutschland nicht möglich gewesen, sagte Gauck, der aus Norddeutschland stammt, wo man früher die Katholiken ähnlich misstrauisch beäug hat, wie in Süddeutschland die Katholiken die Protestanten. Dazu sangen die Mädchenkantorei des Hildesheimer Domes und ein gemischter Chor aus Protestanten und Katholiken so schön, als sei die Vereinigung der beiden großen Kirchen schon geschehen. Wenn nicht hin und wieder die Orgel ein paar dissonante Töne produzierte hätte. Und weil ein Fernsehgottesdienst auch taugliche Bilder braucht, wurde vor der Zeremonie ein sperriges Kreuz aus dem Weg geräumt, das zu einer Art Drehkreuz der Verständigung wurde.

Die 400 Plätze in der Kirche waren nur an geladene Gäste vergeben worden. Die "normalen" Hildesheimer konnten den Gottesdienst nur auf einer Leinwand in der benachbarten Andreaskirche verfolgen. Sie bekamen von dem gewaltigen Prominentenaufmarsch auf dem Michaelishügel (auch Ministerpräsident Stephan Weil war dabei wie auch Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie diverse Bischöfe und der Kurienkardinal Kurt Koch) wenig mit, weil alle Zufahrten abgeriegelt und äußerst viele Sicherheitsleute vor Ort waren. "Höchste Sicherheitsstufe" - aber nicht wegen der Versöhnung, sondern wegen Merkel und Co.

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