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Der Norden "Da saß ich eben noch!"
Nachrichten Der Norden "Da saß ich eben noch!"
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18:02 16.09.2015
Quelle: Polizei (Stade)
Buxtehude

 "Die Frau hat durch ihr schnelles Handeln verhindert, dass Schlimmeres passiert ist", sagte Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Nur knapp eine Minute später krachte dann der Zug in den hinteren Teil des Gelenkbusses. "Da saß ich eben noch", sagte eines der Kinder kurz nach dem Unfall.

Auch Schüler Marvin Schulz saß im Bus, als dieser plötzlich auf dem Bahnübergang stehen blieben. "Auf einmal rief einer, "Oh Gott, da kommt ein Zug" und dann gingen auch schon die Schranken runter", beschrieb der 15-Jährige die Situation. Den herannahenden Zug hätten sie schon vom Busfenster aus gesehen, viele Kinder seien in Panik geraten. Die Fahrerin reagierte schnell und schickte die Schüler aus dem Bus. Wenige Meter vom Bahnübergang entfernt beobachteten sie den Aufprall des Zuges von einer Parallelstraße aus.

Filmte das Unglück mit dem Handy: Marvin Schulz. Quelle: (via Facebook)

"Die Schüler waren da gerade zu Fuß ein Stück weg vom Bus", sagte der Polizist. Der Lokführer hatte den Bus durch die gerade Streckenführung schon von weitem sehen können und mehrfach gehupt und abgebremst, bekam den Zug aber nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Mit wie viel Stundenkilometern der Metronom noch unterwegs war, als er auf den Bus prallte, kann Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm nicht sagen. "Aber der Schaden am Fahrzeug sagt einiges aus."

Am Mittwochmorgen ist ein Zug in Buxtehude in einen liegen gebliebenen Schulbus gerast – die 23-jährige Busfahrerin brachte die 60 Schulkinder rechtzeitig in Sicherheit.

Die Schüler beobachteten die Kollision von einer Parallelstraße aus. Verletzt wurde von ihnen niemand. "Den Zusammenstoß haben sie relativ locker aufgenommen", sagte der Sprecher. Marvin filmte das Unglück mit seiner Handykamera. "Alle haben rumgeschrien, alle hatten zittrige Beine", sagte der Schüler. Die 23-jährige Busfahrerin erlitt einen Schock. Im Zug wurde ein Mensch leicht verletzt, als er sich beim Aufprall stieß. Nach ersten Erkenntnissen war der Gelenkbus auf dem Bahnübergang eingeknickt, so dass das Fahrzeug zum Erliegen kam und sich nicht mehr starten ließ. Die genaue Ursache wird jedoch erst später feststehen, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nachdem die Fahrerin alle Kinder aus dem Fahrzeug rettete, versuchte sie auch noch, Kontakt mit der Bahn aufzunehmen. Bei dem Zusammenstoß entstand ein Schaden von mindestens 300.000 Euro. Die Bahnstrecke zwischen Buxtehude und Stade musste bis 16.20 Uhr wegen der Räumungsarbeiten gesperrt werden. Am Ende konnte der Zug nach Stade weiterfahren. Der Bus wurde mit einem Kran vom Bahnübergang entfernt. Während den Räumungsarbeiten setzte der Metronom Ersatzbusse ein.

dpa/sag/isc

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