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Meyer Werft prüft Umzug nach Luxemburg

Wirtschaftsminister Olaf Lies macht Druck Meyer Werft prüft Umzug nach Luxemburg

Der umstrittene Umzug der Holding der Meyer Werft nach Luxemburg liegt auf Eis. Bei einem Gespräch in Emden einigten sich die Beteiligten auf ein Moratorium bis September. „Dies bedeutet, dass die Gesellschaft bis auf Weiteres ruht und nicht operativ tätig wird“, teilte das Wirtschaftsministerium in Hannover am Mittwochnachmittag mit.

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Die Geschäftsführung der Meyer Werft will den Firmensitz von Deutschland nach Luxemburg verlagern.

Quelle: Ingo Wagner/dpa

Hannover. Am Wochenende hatte die Meldung Wellen geschlagen, dass der Papenburger Werftkonzern künftig von der Meyer Neptun GmbH Luxemburg kontrolliert wird. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies hatte sich empört und enttäuscht über diesen Vorgang geäußert. Bislang habe Meyer wichtige Fragen vor der Entscheidung erst mit der Landesregierung besprochen.

An dem Gespräch in Emden waren neben Werftchef Bernard Meyer auch Vertreter der Gewerkschaft IG Metall und des Betriebsrates beteiligt. ,,Aus meiner Sicht war dies ein Gespräch, das deutlich früher hätte stattfinden müssen“, erklärte der Minister im Anschluss. Vieles sei geklärt, manches aber auch offen geblieben. Deshalb sollten nun weitere Gespräche folgen. Lies begrüßte die Bereitschaft von Meyer, die Entscheidung noch einmal zu überprüfen. Der Minister machte aber auch klar, was das Land erwartet: Die Meyer Werft müsse mit ihrem Sitz in Deutschland bleiben. „Mit einer anderen Entscheidung können wir nicht zufrieden sein.“

Der IG-Metall-Funktionär Thomas Gelder, bis vor Kurzem Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft, äußerte sich ähnlich. „Wir sind zunächst einmal mit dem Moratorium zufrieden, können aber die Entscheidung von Meyer nicht akzeptieren.“

Das Schiffbauunternehmen hatte die Verlagerung des juristischen Sitzes damit begründet, dass in Luxemburg kein Aufsichtsrat gebildet werde müsse. Dies sei wichtig, damit das Unternehmen schnell und flexibel entscheiden könne. In Luxemburg soll auch der zentrale Einkauf angesiedelt werden. Ausdrücklich verneint wurden in Papenburg dagegen steuerliche Motive. „Dieses ist kein Steuersparkonzept. Die Steuern werden wie bisher weiterhin in Papenburg, Rostock und Turku bezahlt.“ Das Schiffbauunternehmen betreibt neben der Werft in Papenburg zwei weitere in Rostock und im finnischen Turku. Allein in Papenburg sind über 3000 Arbeitsplätze angesiedelt, außerdem sichert Meyer rund 10 000 Jobs bei Zulieferern.

Der Papenburger Betrieb ist durch zahlreiche Aufträge zum Bau neuer Kreuzfahrtschiffe bis ins Jahr 2020 ausgelastet. Erst vor einigen Tagen hatte das Kreuzfahrtunternehmen Aida zwei neue Riesenschiffe in Auftrag gegeben. Am Mittwoch gab es grünes Licht für zwei weitere Aufträge:  Die Aufsichtsräte von Tui Group und Royal Caribbean Cruises Ltd. genehmigten für ihre gemeinsames Unternehmen Tui Cruises zwei neue Kreuzfahrtschiffe. Sie wurden nun bei der Werft Meyer Turku in Finnland bestellt.

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