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Der Norden Weil will verstärkt gegen Problemwölfe vorgehen
Nachrichten Der Norden Weil will verstärkt gegen Problemwölfe vorgehen
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19:52 28.12.2016
Von Gabriele Schulte
Wolf mit Waschbär-Beute im Maul: Dieses Zufallsfoto machte Thomas Fietzek am Waldrand von Afferde bei Hameln. Quelle: Thomas Fietzek
Hannover

In Zusammenarbeit mit anderen Ländern wolle er sich um „größere Spielräume“ bemühen, insbesondere was sogenannte Problemwölfe betrifft. Bei Tieren, die sich nicht artgerecht verhalten, käme eine „Regulierung des Bestandes“ infrage. „Wir würden uns nicht scheuen, das zum Thema im Bundesrat zu machen“, sagte seine Sprecherin am Mittwoch der HAZ.

Neun Rudel leben im Land

Noch im Sommer hatte die Staatskanzlei sich gegen Forderungen gestellt, in die schnell wachsende Wolfspopulation im Land einzugreifen. Der bis zur Jahrtausendwende in Niedersachsen ausgestorbene Wolf gelte als besonders geschützte Tierart, hieß es damals, und das Land habe „keinerlei Interesse, gegen diese europaweit geltende Regelung vorzugehen“.

Bisher hat das Land nur im April dieses Jahres mit einer Ausnahmeregelung den Wolfsrüden „Kurti“ erschießen lassen, der Menschen gefährlich nah gekommen war. Immer wieder wandten sich seitdem Halter von Schafen, Damwild und anderen Weidetieren an den Ministerpräsidenten, weil Teile ihrer Herden Opfer von offenbar auf Nutztiere spezialisierten Wölfen geworden waren. Anfang Dezember übernahm Weil auf der Messe Pferd und Jagd in Hannover in diesem Zusammenhang die Patenschaft für ein Lamm. Beim Treffen im Uelzener Kreishaus sagte er nun, eine Frage sei, „ob der Bestandschutz des Wolfes nicht auch über kleinere Rudelzahlen gesichert werden kann“.

In Niedersachsen sind zurzeit neun Rudel nachgewiesen, zusätzlich einzelne Wölfe. „Schätzungen liegen bei insgesamt rund 90 Tieren“, sagt Raoul Reding, Wolfsberater der Landesjägerschaft. Reding bestätigte, dass vor wenigen Tagen auch bei Hameln erstmals ein Wolf nachgewiesen wurde. Ein Zufallsfoto aus dem Vorort Afferde zeige eindeutig einen Wolf, der einen Waschbären im Maul trägt. „Da passt alles zusammen“, sagte Reding. Auch der Ort sei nachweislich der vom Fotografen beschriebene. Im August 2011 hatte eine Frau ein Foto eines angeblich bei Hameln gesehenen Wolfes präsentiert. Wie sich zeigte, stammte jenes Bild jedoch aus der Schweiz.

Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft begrüßte die Ankündigung des Ministerpräsidenten, die Möglichkeiten zum Abschuss sich nicht artgerecht verhaltender Wölfe auszuloten. „Die Äußerungen sind ein erstes Signal dafür, dass die Landesregierung die Sorgen der Weidetierhalter ernst nimmt und nicht mehr auf unrealistische Zaunbaumaßnahmen verweist“, sagte ein Sprecher.

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatte kürzlich zusätzliche Unterstützung für den Kauf von Zäunen und Herdenschutzhunden angekündigt. Doch selbst so ließen sich manche Wölfe nicht abschrecken, berichtet Schäfer Gerd Jahnke in Südergellersen bei Lüneburg: „Vor zwei Tagen hat der Wolf trotz Elektrozaun wieder eins meiner Schafe erwischt.“

Heulender Wolf wirbt für Tag der Niedersachsen

Im Land ist der Wolf hoch umstritten, in Wolfsburg aber steht man zum Wappentier und Namensgeber der Stadt: Ein heulender Wolf repräsentiert den „Tag der Niedersachsen“ 2017 in Wolfsburg. Die Stadt stellte das in Gelb, Grün und Türkis gehaltene Logo für das Landesfest am Mittwoch im Rathaus vor. Wolfsburg richtet im kommenden Jahr zum dritten Mal den „Tag der Niedersachsen“ aus, das Landestreffen findet vom 1.  bis zum 3. September in der VW-Stadt statt. Mehr als 6000 Aktive gestalten die Veranstaltung mit. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sagte, das „frische und sympathische“ Wolfs-Logo eigne sich hervorragend, um für die Veranstaltung zu werben. Es spiegele den Innovationsgedanken und die Moderne Wolfsburgs als Ausrichterstadt wider.

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