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Der Norden Mit GPS und Kameras gegen Bienendiebstahl
Nachrichten Der Norden Mit GPS und Kameras gegen Bienendiebstahl
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07:23 09.09.2015
Imker Udo Kellner befestigt unweit seiner Bienenstöcke eine Wildkamera an einem Baum. Quelle: dpa
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Hannover

Bienendiebstahl gab es schon immer, sagt Klaus Ahrens vom Niedersächsischen Berufsimkerverband. „Dieses Jahr ist es aber ein echtes Problem geworden.“ Das bestätigen auch Hobbyimker wie Nico Martens aus dem Alten Land. „Wir haben im Landkreis Stade jedes Jahr 4 bis 8 Völker, die weg sind. In diesem Jahr sind es schon 44 Völker.“ Der Landesimkerverband Weser-Ems spricht von einem „extremen Jahr“. „Wir haben bis jetzt 12 Fälle mit insgesamt 67 Völkern“, sagt Vorsitzender Werner Clausing.

Mit Peilsendern, Wildkameras und mehr Kontrollen wollen Imker den zunehmenden Bienendiebstählen entgegenwirken.

Wer hinter den Diebstählen steckt, ist unklar. In der Polizeiinspektion Stade heißt es etwa, die Tatorte lägen oft jenseits der Wohnbebauung, die Täter kämen nachts. „Es gibt meistens keine Spuren, es ist sehr schwierig“, sagt Pressesprecher Rainer Bohmbach.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Hannoversche Imker, Jürgen Frühling, wünscht sich für besonders betroffene Regionen wie das Alte Land eine Sondereinheit. „Jetzt wird der Diebstahl nur aufgenommen und nach kurzer Zeit werden die Ermittlungen eingestellt.“

Die Bienenfreunde versuchen, den Tätern mit Hilfe von Technik auf die Schliche zu kommen. „Die Imker rüsten auf“, sagt Klaus Ahrens. „Zur Zeit werden Wildkameras angeschafft oder die Bienenkästen mit GPS-Sendern oder Handyortung versehen.“ Auch über die sozialen Netzwerke werden außergewöhnliche gestohlene Bienenkästen gesucht.

Sender für flächendeckenden Einsatz zu teuer

In Brandenburg gibt es dank dieser Maßnahmen erste Erfolge. Doch noch seien Sender zu teuer, um sie flächendeckend einzusetzen, sagt Werner Clausing vom Landesverband Weser-Ems. Außerdem setzen die Imker auf die Sensibilisierung der Bevölkerung und häufigere Kontrollen.

Udo Kellner aus Eldingen bei Celle ist seit 55 Jahren Hobbyimker. Er wurde schon mehrfach bestohlen, zuletzt schnappten sich Diebe im Mai zwei seiner besten Völker. „Es spricht sich rum, dass man friedfertige, sammelfreudige Bienen hat. Das müssen Imker gewesen sein, die ein Auge dafür haben“, ist Kellner überzeugt. Dass Profis am Werk sind, glauben auch viele seiner Kollegen.

Den finanziellen Schaden pro Volk und Kasten beziffert der Imkerbund auf 200 bis 300 Euro. Mit Honig liegt der Verlust bei 600 bis 800 Euro. „Der ideelle Wert eines Bienenvolkes ist deutlich höher“, sagt Jürgen Frühling. Auf den meisten Kosten bleiben die Imker trotz Versicherung sitzen. „Man bekommt nur einen Bruchteil des Wertes. 80 Euro für das Bienenvolk, 50 Euro für die Beute“, sagt Clausing.

Auch Vandalismus ist ein Problem

Neben Diebstählen macht den Imkern auch Vandalismus zu schaffen. Bienen verendeten qualvoll, weil Unbekannte die Fluglöcher an den Kästen zuschmierten, erzählt Ahrens. Manchmal werden Kästen und Waben auch wahllos zertrümmert.

Rund 30 Prozent des Bienenbestandes ging im vergangenen Winter durch die Varroamilbe zugrunde. „Durch die großen Verluste waren in diesem Frühjahr keine Bienen zu bekommen. Da ist eventuell der ein oder andere Imker in Versuchung gekommen und hat mit unkonventionellen Methoden versucht, Bienen zu besorgen“, sagt Ahrens.

Der Popularität des Imkerns tun die Diebstähle keinen Abbruch. „In Weser-Ems haben wir 21 Imkerschulen am Laufen, jeweils 2014 und 2015 mit mehr als 500 Schülern“, freut sich Clausing. Er warnt jedoch davor, dass vor allem in den Städten zunehmend ohne Registrierung und ausreichende Sachkenntnis geimkert wird. Das sei etwa bei der Seuchenbekämpfung ein großes Problem.

dpa

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