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Der Norden Weniger Unfälle an Bäumen durch Tempo 70
Nachrichten Der Norden Weniger Unfälle an Bäumen durch Tempo 70
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00:16 26.03.2016
Von Michael B. Berger
Mit Tempobegrenzungen und Zusatzschildern testet das Land Niedersachsen, wie Unfälle auf Landstraßen verhindert werden können.Fotos: dpa (2) Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Kollisionen mit Bäumen enden für Autofahrer oft tödlich. Deshalb will Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD) ein Tempolimit an Alleen und hat dafür einen Modellversuch und eine Kampagne gestartet. Am Mittwoch präsentierte der Landesverkehrsminister ein Zwischenergebnis. „Die Zahl der schweren Baumunfälle ist in den sechs Modelllandkreisen zurückgegangen, zum Teil deutlich“, sagte Lies. „Ich glaube, schon die Diskussion sensibilisiert.“

Baumunfälle um ein Drittel gesunken

So seien in den sechs Landkreisen 2015 insgesamt 8,4 Prozent weniger Menschen verunglückt als 2014 - von 178 auf 163 sank die Zahl. Landesweit habe es einen Rückgang um nur 5,3 Prozent gegeben. Die Zahl der Unfälle an Bäumen ist auf den 309 Untersuchungsstrecken um ein Drittel gesunken - von 51 auf 34. „Das sind signifikant weniger Unfälle“, betonte Lies.

Der Modellversuch hat 2014 in den Kreisen Cuxhaven, Emsland, Friesland, Osnabrück und Osterholz begonnen, etwas später kam der Kreis Hildesheim dazu. Weil Baumunfälle besonders an schmalen Straßen geschehen, gab das Ministerium den Landkreisen die Genehmigung an Straßen, die unter 6,50 Meter breit sind, Tempo 80 zu verhängen. Bei weniger als sechs Metern können sie die Höchstgeschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer reduzieren. Dies geschah auf 309 Teststrecken.

Nicht in allen Landkreisen positive Ergebnisse

Doch nicht in allen Landkreisen zeigte sich das gleiche positive Ergebnis. In Friesland stieg trotz des Modellprojekts die Zahl der Verkehrsunfälle von sieben im Jahr 2014 auf neun im Jahr 2015. Auch in Hildesheim stiegen die Zahlen. Allerdings ist dieser Landkreis erst zur Jahresmitte 2015 in das Projekt eingestiegen. In Cuxhaven, Osnabrück und Osterholz sanken die Unfallzahlen, im Emsland blieben sie stabil.

Der Minister hofft, dass sich die Zahlen bis zum Projektende im Jahr 2017 gut entwickeln. „Ohne das Modellprojekt hätten die Tempolimits gar nicht herabgesetzt werden können.“

Aufklärungs- und Öffentlichkeitskampagnen

Zu dem Projekt zählt außer Warntafeln ein fünf Millionen Euro teures Schutzplankenprogramm. Außerdem gibt es noch Aufklärungs- und Öffentlichkeitskampagnen zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer mit Warnschildern sowie mobile Displays, die mit lachenden oder weinenden Smileys das Tempo widerspiegeln. Zudem wird analysiert, ob die Tempolimits eingehalten werden. Ergebnisse gibt es noch nicht. Lies sagte, die Tempolimits seien der beste Weg, die Zahl der Kollisionen zu verringern. „Die Alternative wäre sonst nur, die Bäume abzuholzen.“

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