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Der Norden Mörder, Vergewaltiger und Diebe erwirtschaften Millionenumsätze
Nachrichten Der Norden Mörder, Vergewaltiger und Diebe erwirtschaften Millionenumsätze
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22:17 24.02.2018
Ein Häftling arbeitet in einer JVA-Schlosserei. Quelle: Maja Hitij
Hannover

 Mit ihrer Arbeit hinter Gittern haben Häftlinge in Niedersachsen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon wurden ihnen rund 5 Millionen Euro als Lohn ausgezahlt, teilte das Justizministerium in Hannover mit. Die übrige Summe nutzte das Land dazu, die Kosten des Justizvollzugs teilweise abzudecken. Gewinne werden mit der Gefangenenarbeit nicht erzielt. 

Rund zwei Drittel der Häftlinge gingen im vergangenen Jahr einer Arbeit im Gefängnis nach, grundsätzlich besteht eine Arbeitspflicht für Strafgefangene. Im Jugendvollzug, auch aber für Erwachsene gibt es parallel Aus- und Weiterbildungsangebote. 

Etwa die Hälfte des Umsatzes wird in Niedersachsen mit Eigenbetrieben wie Tischlereien, Schlossereien, Schneidereien und Bäckereien erzielt. Außerdem erledigen Häftlinge Hilfstätigkeiten in den Gefängnissen selber oder wickeln Lohnauftragsarbeiten in den Bereichen Sortieren, Konfektionieren, Fertigung und Montage ab. Ungewöhnliche Arbeitsfelder sind eher nicht darunter, weil sie auch für die Beschäftigung nach der Entlassung nur geringe Chancen bieten. 

Shop im Internet

Ein Teil der in den niedersächsischen Gefängnissen hergestellten Produkte wird im Internet vertrieben - etwa Roben für Richter (205 Euro), massive Edelstahlgrills (395 Euro) oder die Mango-Sanddorn-Marmelade „Jailhouse Jam“ (3,90 Euro). 

In Bremen wurde Häftlingen im vergangenen Jahr rund 667 000 Euro an Lohn ausgezahlt. Der Stundenlohn bewegt sich je nach Vergütungsstufe zwischen 1,45 bis 2,42 Euro. Auch wenn Häftlinge das erarbeitete Geld eisern sparen, haben sie bei der Haftentlassung oft nichts davon. 

 Auf viele wartet die Begleichung von Gerichts- und anderen Kosten, die bei ihrer Verurteilung entstanden sind. Die Beschäftigungsquote im Bremer Strafvollzug lag im vergangenen Jahr bei knapp 60 Prozent.

Von Michael Evers

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