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Muslime wollen Gebetsräume in Schulen

Niedersächsischer Staatsvertrag Muslime wollen Gebetsräume in Schulen

Wo sollen Kinder beten, wenn sie Ganztagsschulen besuchen? Das fragen muslimische Gemeinden die Landesregierung. Sie bitten deshalb um die Einrichtung von Gebertsräumen. Im Staatsvertrag ist dieses Thema ein Knackpunkt. 

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Ihre Kinder sollten die Möglichkeit zum Mittagsgebet haben, finden die Muslime.

Quelle: dpa

Hannover. Land und Muslime befinden sich laut Staatskanzleichef Jörg Mielke in „guten und konstruktiven Gesprächen“ über einen Staatsvertrag. Doch zu Details oder gar umstrittenen Fragen schweigt die Landesregierung, wenn es um das Vertragswerk geht. Weitgehend hinter verschlossenen Türen wird dieses Dokument verhandelt, das im Dezember nach fast zwei Jahren Gesprächen unterschriftsreif sein soll. Man habe allerdings vereinbart, die Texte aus den Verhandlungen jetzt noch nicht öffentlich zu machen, heißt es im Kultusministerium.

Ein kontroverser Punkt könnte eine Bitte der muslimischen Gemeinden sein, die noch auf der Wunschliste steht – Gebetsräume in öffentlichen Schulen. In den Verhandlungen hat das Land nach HAZ-Informationen deutlich gemacht, dass über diese Frage gar nicht das Kultusministerium, sondern die Schulträger entscheiden müssten, also die Städte und Gemeinden. Das Land könne keine Vereinbarungen zu Lasten Dritter treffen. Einen Anspruch auf einen Gebetsraum gebe es nicht. Aber eine Bitte an die Kommunen, solche Räume bereitzuhalten, müsste doch in dem Vertrag festgehalten werden, meint Firouz Vladi, Sprecher des Moslemverbandes Schura.

Räume für Mittagsgebete 

„Wo wir zunehmend Ganztagsschulen haben, sollte es schon eine Räumlichkeit geben, wo Schüler ihr Mittagsgebet halten können“, sagt Vladi – je nach Sonnenstand und Jahreszeit etwa um 12.30 Uhr oder eine Stunde später im Sommer. „Wir wollen keine teuren, baulichen Investitionen auslösen, aber einen entsprechenden Raum oder ein leeres Klassenzimmer, das die Schüler nutzen können, sollte es für diese zehn Minuten schon geben“, sagt der Schura-Sprecher. Die Muslime sorgen sich, seitdem Gerichte einer Berliner Schulleiterin recht gaben, die die Einrichtung eines Gebetsraumes in ihrer Schule untersagte. Und wenn das Land keine Bitte an die Kommunen richte, könnten die eine solche Gebetszone auch ablehnen.

Schule ist ein neutraler Lernort

Zumindest Diskussionsbedarf über einen solchen Punkt sieht die SPD-Landtagsabgeordnete Thela Wernstedt. Es müsse alles vermieden werden, was eine Religion gegenüber einer anderen Religion privilegiere, sagt die Sozialdemokratin. Schließlich sei die Schule ein möglichst neutraler Lernort, an dem Religion „nur mit Augenmaß“ unterrichtet und gelebt werden sollte: „Wir werden uns das jedenfalls genau anschauen“, sagt Wernstedt, die sich einen festen Gebetsort gar nicht vorstellen kann.

Unumstritten sind indes die weiteren Punkte des geplanten Staatsvertrages, wie etwa muslimischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Seelsorge durch Imame im Justizvollzug ist kein Streitpunkt. Auch eine neue Feiertagsregelung für Muslime soll das Vertragswerk nach Staatskanzleichef Mielkes Worten enthalten. Es gibt keinen neuen Feiertag, aber die Möglichkeit, frei zu bekommen. In Gremien wie dem Landesjugendhilfeausschuss oder dem Landesschulbeirat sollen künftig auch Muslime sitzen. Kümmern wollen sich die künftigen Vertragspartner um „gemeinsame Wertegrundlagen“, wie sie sich aus dem Grundgesetz ergäben.     

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