Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Mutmaßlicher Pirat für Strafe zu jung
Nachrichten Der Norden Mutmaßlicher Pirat für Strafe zu jung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 26.01.2016
Schlimmste Quälereien gab es an Bord der „Marida Marguerite“. Quelle: dpa
Anzeige
Osnabrück

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen mutmaßlichen somalischen Piraten eingestellt, weil er zu jung für eine Strafverfolgung war. Er soll 2010 an der Entführung des Tankers "Marida Marguerite" vor der Küste Somalias beteiligt gewesen sein.

Weil er einem Gutachten zufolge damals aber jünger als 14 Jahre war, sei er zur Tatzeit noch nicht strafmündig gewesen, sagte der Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft, René van Münster, am Dienstag zu Berichten von "Zeit" und NDR. Deswegen sei das Verfahren eingestellt worden.

Im vergangenen März war der junge Mann bei der Einreise nach Bayern festgenommen worden. Den Berichten zufolge soll der Somali inzwischen einen Asylantrag gestellt haben und in Hannover wohnen. Er galt aufgrund von Fingerabrücken an Bord und Zeugenaussagen als Tatverdächtiger.

Nach der Entführung der "Marida Marguerite" war das Schiff mit 22 Besatzungsmitgliedern acht Monate in der Hand der Piraten. Die Besatzung war schlimmsten Quälereien und Misshandlungen schutzlos ausgeliefert und schwebte in Todesangst, bis die emsländische Reederei ein Lösegeld von fünf Millionen US-Dollar zahlte. Im Frühjahr 2014 verurteilte das Osnabrücker Landgericht einen der Entführer der "Marida Marguerite" zu einer zwölfjährigen Haftstrafe. Ein weiterer Rädelsführer der Piraten war in den USA zu einer mehrfach lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück und das Landeskriminalamt ermittelten auch wegen der Entführung der "Susan K." im April 2011. Das in Leer bereederte Schiff war vor der Küste Omans in die Hände von Piraten geraten. Nach fast zweieinhalb Monaten kam die zehnköpfige Crew frei, nachdem die Reederei ein Lösegeld in mehrfacher Millionenhöhe zahlte. In diesem Entführungsfall habe das Landgericht Aurich bereits in zwei Fällen Urteile gesprochen, sagte der Sprecher des Landgerichts, Jürgen Rohlfs.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Ärger um die Lehrerin aus Soltau, die ihre Tochter zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet hat, reißt nicht ab. Die Hinweise verdichten sich, dass sich die Mutter von Campteilnehmerin Nathalie Volk für die rund zweiwöchige Reise krank gemeldet hat.

Gabriele Schulte 10.05.2016

Nicht nur Industrieunternehmen, sondern auch Behörden und die Landespolitik in Niedersachsen sind Ziel ausländischer Spionage. Außer vor Cyber-Attacken warnt der Verfassungsschutz vor klassischen Agenten.

26.01.2016
Der Norden Vortäuschen einer Straftat - Joggerin soll Angriff erfunden haben

Der angebliche Angriff von vier Männern auf eine Joggerin im Landkreis Harburg soll nie stattgefunden haben. Das teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Die 18-Jährige hatte behauptet, am 14. Januar bei Neu Wulmstorf geschlagen und mit einem Messer im Gesicht verletzt worden zu sein.

26.01.2016
Anzeige