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Mutter verkaufte Kinder an Freier

Prozess beginnt mit Teilgeständnis Mutter verkaufte Kinder an Freier

Sie hat zwei ihrer Kinder Freiern zum Sex überlassen. Das hat eine sechsfache Mutter vor dem Amtsgericht Hamburg gestanden, dabei aber nicht alle schweren Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt. Die Taten liegen lange zurück, erst 2014 erstattete eine Tochter Anzeige.

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Die 52-jährige Angeklagte geht am 19. Mai 2016 in Hamburg im Landgericht über den Flur und verbirgt ihr Gesicht unter einer Jacke. Der Mutter wird vorgeworfen, ihre Kinder an Freier verkauft zu haben.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg. Eine Hamburger Prostituierte nimmt ihre kleine Tochter und ihren Sohn mit zu Freiern, die die Kinder missbrauchen. Die Mutter steht währenddessen nur wenige Meter entfernt – diese Vorwürfe gibt die heute 52-Jährige am Donnerstag bei Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Hamburg selbst zu. Doch nicht alle Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft zu den lange zurückliegenden Taten erhebt, seien wahr, betont die sechsfache Mutter.

Sie muss sich wegen Beihilfe zur Vergewaltigung und zum schweren sexuellen Missbrauch verantworten. Erst vor zwei Jahren hatte ihre inzwischen 30 Jahre alte Tochter Anzeige erstattet.

Angeklagte: "Wir hatten Geldschwierigkeiten"

Die Haare der Angeklagten sind dunkelrot gefärbt, ihre gemusterte Bluse in Pastellfarben wirkt eher bieder. Während ihrer Befragung schaut die Frau immer zur Richterin, nicht zu ihren Kindern, die als Nebenkläger zugelassen sind. "Wir hatten Geldschwierigkeiten", berichtet die Hamburgerin über die Situation ihrer Familie in den 90er Jahren. Ihr Mann habe gewusst, dass sie als Prostituierte arbeitete. Dass sie die Kinder manchmal mitnahm, habe sie ihm verschwiegen.

Einer ihrer Freier war nach Aussage der Angeklagten ihr Vermieter. Er habe sie gefragt, ob sie ihre damals etwa 10-jährige Tochter nicht einmal mitbringen könne. "Was haben Sie sich bei der Frage gedacht?", will die Richterin wissen. Die Frau beißt die Lippen zusammen, zuckt mit den Schultern. "Er hat mich unter Druck gesetzt", sagt sie schließlich. "Ich wusste nicht, dass es in diesem Maße ausartet." Doch was bedeutet "in diesem Maße"?

Die Version der Mutter: Der mit Reizwäsche bekleidete Mann zieht dem Kind auf seinem Sofa die Unterhose aus, berührt es im Intimbereich. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Freier das Mädchen in der Wohnung der Mutter an Bett und Heizung fesselte und vergewaltigte. Die Angeklagte streitet das ab. Während ihrer Aussage schüttelt die Tochter mehrmals den Kopf.

Kein Zeichen von Reue

Die Angeklagte räumt ein, vier bis fünf Mal habe sie das Mädchen zu dem Freier gebracht. Dabei seien Sätze wie "Wenn Du nicht mitkommst, haben wir nichts zu essen" gefallen. Auch ihren Sohn nahm sie nach eigenen Worten mit zu einem Kunden, der das Kind für Oralverkehr missbrauchte.

Die Angaben, wie alt der Junge damals gewesen sein soll, sind sehr unterschiedlich. Die Mutter schätzt etwa sieben Jahre. Die Richterin fragt nach der Reaktion des Kindes nach der Tat. "Er war nicht so begeistert", sagt seine Mutter nur. Zwischen 100 und 150 Euro will sie für die Sex-Dienste bekommen haben. "Ich habe ihm später 20 Mark gegeben."

Der heute 26-Jährige lässt seine Mutter im Gerichtssaal nicht aus den Augen, seine Gefühle aber verrät sein Gesichtsausdruck nicht. Tochter und Sohn werden anschließend als Zeugen gehört, die Öffentlichkeit ist dabei aber ausgeschlossen. Der Prozess wird am 26. Mai mit der Vernehmung des Vaters der Kinder fortgesetzt.

dpa/RND

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