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Wiesenhof will Schlachthof wieder aufbauen

Nach Großbrand in Lohne Wiesenhof will Schlachthof wieder aufbauen

Nach dem Großbrand bei Wiesenhof in Lohne am Ostermontag will das Unternehmen seine Hähnchenschlachterei wieder komplett aufbauen. Das erklärte Ministerpräsident Stephan Weil nach einem Gespräch mit der Unternehmensleitung. 750 von 1200 Arbeitsplätze sollen laut Weil erhalten bleiben.

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Lohne. Bei dem Großbrand am Ostermontag war die Schlachterei mit einer Kapazität von 370.000 Hähnchen am Tag schwer beschädigt worden. 1200 Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht. Bereits Mitte Mai soll jedoch in der Zerlegung und Verpackung wieder gearbeitet werden, hatte das Unternehmen am Dienstag schon mitgeteilt. 350 Menschen sollen in der Produktion Arbeit finden. Insgesamt sollen vorerst 750 Arbeitsplätze bei Wiesenhof erhalten bleiben, so Weil.

Der Brand sei "ein schwerer Schlag für das Unternehmen und die Menschen" gewesen, sagte am Mittwoch Ministerpräsident Weil in Lohne. Mit Blick auf die Arbeitsplätze stellten sich "schwierige Fragen". In dem Unternehmen in Lohne arbeiten 1200 Menschen in der Produktion, 750 Festangestellte und 450 Leih- und Werkvertragsarbeiter. Insgesamt arbeiten sogar 1500 Menschen auf dem Gelände.

Weil sagte am Mittwoch, es sei beachtlich, dass es Wiesenhof bereits gelungen sei, "einen Großteil der Arbeitsplätze wieder mit Arbeit zu belegen". Die Hälfte der Belegschaft habe die Gelegenheit, demnächst wieder zu arbeiten.

Wiesenhof habe versichert, dass es bisher keine Kündigungen gegeben habe. Für die Werkvertragsarbeitnehmer werde eine andere Arbeit gesucht. "Die Region hat erfreulicherweise Vollbeschäftigung mit einem aufnahmebereiten Arbeitsmarkt."

Weil sagte die Unterstützung des Landes beim Wiederaufbau zu. "Wir haben ein Interesse an der Sicherung der Arbeitsplätze." Dass Wiesenhof seinen Schlachthof wieder aufbauen wolle, sei ein gutes Signal - möglicherweise wird der Schlachthof sogar noch größer als bisher: Das Gewerbeaufsichtsamt habe schon vor einer Weile eine Ausdehnung von heute 370.000 Hähnchen pro Tag auf 432.000 Hähnchen. Positiv wertete Weil auch, dass Wiesenhof zugesagt habe, dann alle Arbeitnehmer wieder zurückzunehmen.

Für Missstimmung bei der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten sorgt, dass Wiesenhof in der Verpackung und Zerlegung Festangestellte und Werkvertragsarbeiter in einem Verhältnis 60 zu 40 weiterbeschäftigen will. Hintergrund ist offenbar eine alte Betriebsvereinbarung, die ein solches Verhältnis von Festangestellten und Leiharbeitern vorsieht. Die Gewerkschaft pocht darauf, dass zunächst die Festangestellten übernommen werden sollen. "Die Vereinbarung spricht von 'mindestens' 60 Prozent Festangestellten, nicht 'höchstens'", sagte NGG-Gewerkschaftssekretär Matthias Brümmer. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies erklärte, sein Credo sei immer gewesen: 80 Prozent Festangestellte, 20 Prozent Leiharbeiter. "Wir sollte alle Beschäftigten ernst nehmen", sagte Lies.

Unklar blieb gestern, ob Wiesenhof gegen einen Betriebsausfall versichert ist. Die Frage hatte Wirtschaftsminister Olaf Lies angesprochen - aber vom Unternehmen offenbar keine Antwort bekommen. Die sogenannte Betriebsausfallversicherung würde die Löhne und Gehälter der Beschäftigten weiterbezahlen. "Gibt es sie?", fragte Lies gestern. "Für wen gilt sie und wie lange?" Darauf, so Lies, "brauchen wir dringend eine Antwort." Wiesenhof blieb sie gestern schuldig.

Das sorgte für breites Unverständnis. NGG-Sekretär Brümmer erklärte: "Solange das Unternehmen nicht sagt, ob es so eine Versicherung gibt, gibt es für uns keinen Grund zu verhandeln." Solange sei das Unternehmen dann auch verpflichtet, weiter Lohn zu zahlen. "Für Wiesenhof wäre es heute wichtig gewesen, Farbe zu bekennen." 

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