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Kind gestorben: Passierte Fehler in der Notaufnahme?

Salzgitter Kind gestorben: Passierte Fehler in der Notaufnahme?

Nachdem ein fünfjähriger Junge tot in der elterlichen Wohnung in Salzgitter gefunden wurde, hat sich nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Da es Indizien dafür gebe, dass der Junge unzureichend untersucht wurde, wird nun gegen eine Ärztin wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

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Eine Ärztin eines Krankenhauses in Salzgitter steht im Verdacht, für den Tod eines Jungen verantwortlich zu sein. Symbolbild.

Quelle: dpa

Salzgitter.  Nach dem Tod eines Fünfjährigen vor drei Wochen verdichten sich Hinweise auf einen möglichen Behandlungsfehler im Helios-Klinikum Salzgitter. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Junge nachts in der Notaufnahme nicht umfassend genug untersucht worden sein könnte, sagte der Braunschweiger Staatsanwalt Sascha Rüegg am Mittwoch. Laut Obduktionsbericht sei er an einer ausgeprägten Bauchfellentzündung gestorben. Darum werde die Einleitung von Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die behandelnde Assistenzärztin geprüft. 

Ärztin inzwischen freigestellt

Wie eine Sprecherin des Krankenhauses sagte, wurde die Medizinerin bereits in der vergangenen Woche freigestellt. Zu den möglichen Ermittlungen gegen die Frau wollte sich die Sprecherin nicht konkret äußern. „Dafür ist es unbedingt nötig, den Obduktionsbericht medizinisch zu bewerten.“ Dieser liege bisher nicht vor. „Wir sind tief betroffen über den den Tod des Kindes und den tragischen Verlauf.“

Der fünf Jahre alte Junge war Mitte November tot in der elterlichen Wohnung in Salzgitter-Gebhardshagen gefunden worden. In der Nacht zuvor war der Vater laut seiner Schilderung mit seinem Kind in das Krankenhaus in Salzgitter-Lebenstedt gefahren. Sein Sohn habe unter starken Bauchschmerzen gelitten. Im Krankenhaus habe man ihn jedoch ohne Untersuchung abgewiesen und an einen Kinderarzt verwiesen. Lediglich einige wenige Fragen habe die Ärztin gestellt. Am Morgen danach war der junge tot.

Die Klinik hat der Darstellung des Vaters im November widersprochen. Der Junge sei von einer erfahrenen Assistenzärztin gründlich körperlich untersucht und behandelt worden, hieß es in einer Stellungnahme im November. „Dabei fanden sich keine Anzeichen, die einen solchen Verlauf annehmen lassen konnten.“

Jetzt ist die Staatsanwaltschaft am Zug. Förmliche Ermittlungen gegen die Ärztin gebe es derzeit nicht, sagte Staatsanwalt Rüegg. Es gebe aber Anzeichen, die zu einem solchen Verdacht und Ermittlungen führen könnten.  Um das zu klären müsse die Frage beantwortet werden, ob und in welcher Form der Junge damals von der Ärztin behandelt wurde – Vater und Klinik widersprechen sich. Wichtig sei auch, ob die Ärztin die Bauchfellentzündung hätte erkennen müssen – und ob das den Tod des Jungen verhindert hätte.

Von Karl Doeleke

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