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Polizei zeigt verstärkt Präsenz in Hamburg

Nach Übergriffen auf der Reeperbahn Polizei zeigt verstärkt Präsenz in Hamburg

Am ersten Wochenende nach Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht hat die Hamburger Polizei mit einer verstärkten Präsenz reagiert. Besondere Vorfälle wie in der Silvesternacht habe es nicht gegeben. Es habe eine „normale Kiezlage“ geherrscht, sagte ein Polizeisprecher.

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Am ersten Wochenende nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht reagiert die Hamburger Polizei mit verstärkter Präsenz.

Quelle: dpa

Hamburg. Überall auf der Reeperbahn waren am Freitagabend Beamte im Einsatz. Nach Angaben des Polizeisprechers war es insgesamt eine Hundertschaft. Auch die Reiterstaffel und Videowagen seien unterwegs gewesen. Nach den sexuellen Attacken in der Silvesternacht waren bis zum Freitag bei der Polizei 108 Strafanzeigen eingegangen.

Wenig Party, viel Polizei

„Sexism, Racism, Homophobia - No tolerance“ strahlt von der Videofassade des Klubhaus Hamburg über den leeren Spielbudenplatz. Am ersten Wochenende nach Bekanntwerden der sexuellen Übergriffen auf Frauen an Silvester ist es auf der Hamburger Reeperbahn merklich ruhig. Ein paar Häuser weiter, in der Davidwache, haben die Beamten jedoch schon gegen 21.00 Uhr alle Hände voll zu tun: Drei Männer, die kein deutsch sprechen, sitzen verletzt in der Wache, einer hat stark blutende Platzwunden am Kopf. „Alltagsgeschäft“, sagt einer der Polizisten im Vorbeieilen. 

An diesem Abend ist das längst nicht der einzige Einsatz der Beamten - nach den Attacken am Silvesterabend aber auch nach den Auseinandersetzungen zwischen den Rockergruppen „Hells Angels“ und „Mongols“ hat die Polizei ihre Präsenz auf der Reeperbahn verstärkt. Die Polizei spricht von einer Hundertschaft, die im Einsatz sei, verstärkt durch Beamte der Reiterstaffel.   In größeren Gruppen laufen die Polizisten die „Große Freiheit“ auf und ab, grenzen immer wieder mehrere junge südländisch aussehende Männer ab und kontrollieren deren Papiere. Die meisten überfallenen Frauen hatten die Täter aus der Silvesternacht als „südländisch oder arabisch aussehend“ beschrieben. 

An der Reeperbahn sitzen René, Andreas und Constantin in bunte Schlafsäcke gehüllt und betteln Passanten um Geld an. „Alle paar Minuten kommt hier jetzt ein Streifenwagen vorbei“, sagt René. „Und für einen Freitagabend ist es hier viel zu ruhig.“  

Seit den Vorfällen wachsamer

Dass so wenige Menschen unterwegs seien, habe nichts mit den Vorkommnissen zu tun, meint einer der patrouillierenden Polizisten. Das Partyvolk habe sich bereits an Silvester ausgefeiert und bei feuchtem Wetter sei auf dem Kiez grundsätzlich weniger los.  

Melanie ist Touristenführerin auf dem Kiez und an diesem Abend mit einer Gruppe aus Ulm unterwegs. Seit den Vorfällen ist sie deutlich wachsamer: „Ich gebe meinen Gästen jetzt sehr klare Anweisungen. Wenn ich sage ’weglaufen’, dann mache ich klar, dass ich es auch so meine“. Kristin Rumpf hat an Melanies Tour teilgenommen. „Als Frau hätte ich heute alleine schon ein mulmiges Gefühl“, sagt sie. „Aber in der Gruppe geht es“.  

An diesem Abend sind neben normalen Fußstreifen der Polizei auch Wagen mit Kameras und zwei Videoteams mit Bodycams unterwegs. In der Silvesternacht seien die Bodycams nicht im Einsatz gewesen, hatte der Landesvorsitzender des Bundes der Deutschen Kriminalbeamten, Jan Reinicke, kritisiert.  

Ann-Kathrin Rothe, die mit ihrem Freund und ihrer Mutter den Kiez besucht, fühlt sich durch das erhöhte Polizeiaufgebot deutlich sicherer. Auch Aylin Paulick ist an diesem Abend mit ihrer besten Freundin und ihren Eltern auf der Reeperbahn. „Ich werde mich nach den Attacken bestimmt nicht zu Hause verstecken“, sagt die 19-Jährige selbstbewusst. Alleine würde aber auch sie jetzt nicht über den Kiez laufen. 

Gegen Mitternacht sitzen René und seine Freunde noch immer an ihrem Platz. Dass Attacken wie in der Silvesternacht in der nächsten Zeit noch einmal so vorkommen, glaubt keiner von Ihnen. Polizeiaufgebot hin oder her, hier werde niemand so schnell mehr eine Frau anfassen. Der Kiez habe jetzt „Augen und Ohren weit geöffnet“

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