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Der Norden Ein Niedersachse von Welt
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10:06 13.08.2016
Von Hendrik Brandt
Der frühere HAZ-Redakteur Klaus von der Brelie ist gestorben. Quelle: Alexander Körner (Archiv)
Hannover

Es war spät. Für die Zeitung viel zu spät. Aber nicht für ihn. Als sich in der turbulenten Nacht des 9. auf den 10. November 1989 in Berlin ein erstes Tor in der Mauer öffnete, setzte sich Klaus von der Brelie in seinen Opel Kadett und rauschte über die dunkle A 2 in Richtung Helmstedt. Es könnte ja sein, dass sich DDR-Bürger sofort auch nach Niedersachsen aufmachten. Das wollte er einfangen. Auch um den Preis, dass die Zeitung später gedruckt werden musste. Und es gelang – ohne Internet und Smartphone: Am Morgen lag seine HAZ-Reportage von der Grenze auf vielen Frühstückstischen in Niedersachsen.

Klaus von der Brelie hat um solche journalistischen Husarenstücke nie Aufhebens gemacht. Der große Auftritt lag dem Mann aus der Heide nicht, er war ihm auch bei anderen verdächtig. „Das machen wir hier in Niedersachsen nicht“, herrschte er etwa an einem hektischen Landtagswahlabend vorlaute Kollegen an, die sich im Leineschloss um Stellungnahmen balgten.

Klaus von der Brelie hatte eine ganz besondere Blaupause für sein Leben wie für den Beruf. Dazu gehörte vor allem, dass das eine vom anderen nicht zu trennen war. Er war einer jener rar gewordenen Journalisten, die ihre Arbeit immer lebten, die stets und überall Beobachtungen oder Entdeckungen machten, die sie teilen oder einordnen wollten. Und konnten.

Wo andere nur auf ein geistiges oder professionelles Fundament verweisen, auf dem Leben und Arbeit ruhen, gab es bei ihm noch etwas mehr: eine tiefe Verwurzelung. „vdB“, wie er in unserer Redaktion über 37 Jahre hinweg hieß, trug nicht nur einen Namen, der nach niedersächsischem Landadel klang, er war auch so. 1949 in Celle geboren, aufgewachsen und auf die Welt eingestimmt in Jeversen. Ein zunächst strammer, später aufgeklärter Konservativer, ein sturer Kopf, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. Ein Lehrer von der Ausbildung her, aber ein Reserveoffizier aus Überzeugung – was in den frühen Jahren auch seinen Ton beim Umgang mit dem journalistischen Nachwuchs prägte. So und so ein Solitär in der HAZ-
Redaktion, zu der er gleich zweimal stieß – nachdem er jeweils ein Gastspiel bei der heimischen „Celleschen Zeitung“ beendet hatte.

Klaus von der Brelie hat die HAZ-
Berichterstattung aus Niedersachsen als Leiter des entsprechenden Ressorts der Zeitung von den Achtzigerjahren bis ins neue Jahrhundert hinein getragen und geprägt. Er wurde zu einem intimen Kenner des Landes, seiner Eigenheiten, seiner Menschen. Kaum ein Bürgermeister, den er nicht kannte, kaum ein Landrat, zu dem ihm keine Anekdote einfiel. Schon das war weit mehr, als manch anderer in ein Arbeitsleben hineinbekommt.

Doch „vdB“ erfand sich in den letzten gut 15 Jahren seiner aktiven Zeit bei der HAZ, die 2015 endete, noch einmal neu: Er wechselte in die politische Redaktion, konzentrierte sich auf Sicherheitspolitik und die Bundeswehr – und war am Ende so oft als Reporter mit den deutschen Soldaten unterwegs, dass er sich in Kundus ebenso auskannte wie zwischen Ems und Elbe. Der nun wirklich sturmfeste Niedersachse war bei Lesern wie Soldaten und Bundespolitikern zum hochgeachteten Reporter der Windrose geworden.

Dass ausgerechnet ihn, den journalistischen Kraftmenschen, kurz vor dem Ruhestand eine Krankheit jäh ausbremste, muss jeder, der ihn kannte, als besonders schmerzlich empfunden haben. Und ebenso war klar: Klaus von der Brelie würde nicht aufgeben. So hat er einfach weitergemacht, hat bald jeden Tag wieder an die Zeitung gedacht und für sie gesorgt, hat Artikel über sein letztes Heimatdorf Meitze in der Wedemark geschrieben und Buchprojekte verabredet. Und er hat sich sogar überreden lassen, bei der Kommunalwahl im September für die CDU als Kandidat für den Ortsrat in Elze/Meitze ins Rennen zu gehen.

Die entsprechenden Plakate im Dorf werden nun zu einem stummen Nachruf. Klaus von der Brelie ist am Donnerstag gestorben. Die HAZ verneigt sich mit vielen im Land vor einem wunderbaren Journalisten und großen Niedersachsen. Was hätte er gesagt? „Mach’s nicht so dicke.“ Doch, das passt schon.     

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