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Der Norden Nachzucht historischer Alpenschafe gelungen
Nachrichten Der Norden Nachzucht historischer Alpenschafe gelungen
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11:23 06.03.2016
Zwei kleine Lämmer, mit dem Aussehen der Alpenschafrasse "Thônes et Marthod", sind nach rund sechs Jahren Verdrängungszucht erstmals im Westküstenpark zur Welt gekommen. Quelle: dpa
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Sankt Peter-Ording

Dem Westküstenpark im nordfriesischen Sankt Peter-Ording ist die Nachzüchtung historischer französischer Alpenschafe gelungen. Nach rund sechs Jahren so genannter Verdrängungszucht können in diesem Jahr erstmals Phänotypen der vom Aussterben bedrohten Rasse "Thônes et Marthod" gezeigt werden. "Es ist kein reinrassiges Alpenschaf, sondern nur der Phänotyp eines klassischen Alpenschafs", erklärt Parkleiter Peter Marke.

Die "Thônes et Marthod" haben ihren Ursprung in dem zum Teil hochalpinen Gebiet der Landschaft Savoyen. Dort hatten die Bergbauern bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in jedem Savoy-Tal eine eigene Schaf-Art. Sie hielten die Tiere wegen der Milch, des Fleisches, und der Wolle. Mit zunehmendem Handel in den Regionen mischten sich auch Schafe verschiedener anderer Täler hinzu. "Tiere aus den Regionen um Thônes und um Marthod erwiesen sich besonders robust und auch im Winter an das raue Leben in den Bergen angepasst", erzählt Marke. "Sie sind sehr trittsicher und können perfekt klettern."

"Der Araber unter den Schafen"

Als gute Fleisch- und Milchproduzenten seien sie in den frühen 1930er Jahren unter dem Namen "Thônes et Marthod" bekannt geworden. "Ein elegantes Schaf, der "Araber" unter den Schafen", schwärmt Marke.

Heute sei die Rasse vom Aussterben bedroht. "Vor acht Jahren bekamen wir durch Zufall von einem befreundeten Tierpark drei weibliche Tiere", erinnert sich Marke. Böcke habe er damals jedoch nirgendwo Deutschland gefunden. "Wir bemühten uns auch über Bekannte aus dem Elsass, an die Tiere heran zu kommen, aber es war einfach nicht möglich, da sie auch in Frankreich mittlerweile sehr selten geworden waren", berichtet er. Deshalb habe er seine "Thônes et Marthod" mit Böcken der Rassen Bentheimer und Walachenschafe gekreuzt: "Um die positiven Eigenschaften der historischen Alpenschafe aufzuzeigen und zu erhalten." So hätten schon unsere Vorfahren gezüchtet. "Verdrängungszucht ist wie ein Lotteriespiel, ist nur Zufall", erklärt Marke.

Dabei bedeutet Verdrängen, dass ein Züchter versucht, bestimmte Merkmale zu verstärken und zu festigen. "Dafür haben wir auch den Nachwuchs zum Teil untereinander wieder zur Zucht genutzt." Weil das Inzucht ist, könne man nur die vitalen Tiere zur Weiterzucht nehmen. Das seien gerade einmal zwei Prozent des Nachwuchses. "Die übrigen 98 Prozent leben irgendwo glücklich als Deichschafe weiter."  

Werden die Schaf-Geschwister, die jetzt im Westküstenpark voller Stolz der Öffentlichkeit präsentiert werden, die Stammeltern einer kleinen, norddeutschen "Thônes et Marthod"-Herde? Marke schüttelt den Kopf. Bis dahin sei es noch ein langer Weg. "In drei Jahren können wir mehr sagen. Dies ist nur eine Momentaufnahme - aber eine schöne", freut er sich. "Wahrscheinlich ist es günstiger, sich heute ein Schaf aus Frankreich zu holen. "Das Züchten bringt Spaß, ist das Salz in der Suppe."

dpa

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