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Der Norden Blaulichtjacken: Jetzt blinkt auch die Polizei Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Blaulichtjacken: Jetzt blinkt auch die Polizei Niedersachsen
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00:15 15.07.2018
Die neue Blaulichtjacke der Polizei soll vor allem in der dunklen Jahreszeit und bei schlechter Witterung mehr Sicherheit bieten. Quelle: dpa
Hannover

Die niedersächsische Polizei rüstet kleidungstechnisch auf. Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) hat am Donnerstag in Hannover neue neongelbe Schutzwesten vorgestellt und eine Softshelljacke, in die Blaulichtstreifen eingearbeitet sind. „Wir hören auf die Kollegen vor Ort und orientieren uns an ihren Wünschen“, sagt der Minister. „Eine bessere Expertise gibt es nicht.“ Seit drei Jahren vertraut das Ministerium auf Workshops, in die auch Streifenbeamte eingebunden sind. Die Ausrüstung setzt laut Pistorius „neue Maßstäbe“ und werde bis Jahresende getestet.

Die niedersächsische Polizei testet ab sofort neue Schutzwesten und erstmals eine Blaulichtjacke. Dadurch soll die Sicherheit der Beamten, aber auch der Tragekomfort gesteigert werden. Die Tests laufen bis Jahresende.

Die selbstleuchtende Blaulichtjacke ist besonders für schlechte Witterungsverhältnisse gedacht. „Mit Blick auf die dunkle Jahreszeit haben wir uns in Sachen Eigensicherung und Erkennbarkeit etwas Besonderes einfallen lassen“, so Pistorius. Die Jacke verfügt über drei Leuchtmodi: konstant blaues Licht, langsames und schnelles Blinken. Der im Stoff integrierte Akku erlaubt bis zu zehn Tage Dauerleuchten. „Im Mittelpunkt stehen Sicherheit, Erkennbarkeit und Arbeitssicherheit“, sagt Alfred Soetbeer vom Landespolizeipräsidium. Sollte die Blaulichtjacke ein Erfolg sein, werden alle 10.000 Beamten damit ausgestattet. Kosten: 100 Euro pro Exemplar.

Überziehschutzweste: „Nicht mehr so dramatisch“

Bereits testweise im Dienst ist die neue, kugelsichere Überziehschutzweste. Bislang trugen sie die Beamten immer unter dem Hemd. Nun kann die Weste am Schreibtisch aber einfach ausgezogen werden und engt die Ermittler nicht ein. Das obere Drittel ist ebenfalls neongelb. „So wirkt das Kleidungsstück unter anderem nicht so dramatisch“, sagt Pistorius. Gleichzeitig können die Polizisten Taschen für Funkgerät und Handy anbringen, um nicht alles am Holster tragen zu müssen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist besonders erfreut, dass die Streifenbeamten erneut in die Entwicklung miteinbezogen wurden. Die Kleidungsstücke „entsprechen unseren Forderungen und den Wünschen unserer Kollegen“, sagt Niedersachsens GdP-Chef Dietmar Schilff. „So werden genau die Bedürfnisse, die sich aus der Praxis heraus ergeben, berücksichtigt.“ Dies gelte auch für die neuen, knopflosen Poloshirts. Würden weiterhin Hemden mit Knöpfen unter der Schutzausstattung getragen, könnten diese im Ernstfall bei Beschuss zu schweren Verletzungen führen.

Ausrüstung wird modernisiert und verbessert

Das letzte, neue Element ist die neue Polizei-Basecap. Sie ist laut Pistorius eine wetterfeste Alternative zur Schirmmütze. Das Anschaffungspaket ist Teil der „Modernisierung und Verbesserung der Ausrüstung“, sagt der Minister. Im Juli 2017 erhielten die Beamten angesichts der gestiegenen Terrorgefahr bereits Schutzhelme, die Gewehrkugeln standhalten, und neue Schlagstöcke. Der jetzige Westentest läuft den gesamten Sommer im Bereich der Polizeiinspektionen Göttingen und Hildesheim. Wo die Blaulichtjacken ab Herbst zum Einsatz kommen, steht noch nicht fest. „Es werden aber auch wieder ein städtischer und ein ländlicher Bereich sein“, so Soetbeer.

Von Peer Hellerling

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