Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Gefährliche Keime in niedersächsischen Flüssen und Seen
Nachrichten Der Norden Gefährliche Keime in niedersächsischen Flüssen und Seen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:34 06.02.2018
In Flüssen, Bächen und Seen in Niedersachsen sind multiresistente Keime entdeckt worden. Quelle: Daniel Karmann
Anzeige
Hannover

  Bei stichprobenartigen Untersuchungen von Gewässern sind antibiotika-resistente Keime gefunden worden. Gesundheitsexperten sind besorgt über die Ergebnisse. „Das ist wirklich alarmierend“, sagte Tim Eckmanns vom Robert Koch-Institut dem NDR. Reporter des Senders hatten an insgesamt zwölf Stellen in Niedersachsen Proben genommen - unter anderem an Badeseen, Flüssen und Bächen. Sie füllten unter anderem Wasser in sterile Flaschen ab und ließen es in Labors testen.

Ergebnis: An allen untersuchten Orten - darunter auch zwei Badestellen - waren den Angaben zufolge sogenannte multiresistente Erreger nachweisbar. Solchen Keimen können einige Antibiotika nichts mehr anhaben, die daran Erkrankten sind besonders schwer zu behandeln. „Die Erreger sind anscheinend in der Umwelt angekommen und das in einem Ausmaß, das mich überrascht“, sagte Eckmanns. Auch der Gewässerforscher Thomas Berendonk von der Technischen Universität Dresden sagte dem NDR, die Funde bereiteten ihm Sorgen. 

Alle untersuchten Proben stammen aus Niedersachsen. Das Bundesland sticht durch intensive Tiermast heraus. Zudem fließt das Wasser in flachen Regionen langsamer, dadurch können sich Stoffe eher ablagern. 

Dass es Antibiotika-resistente Erreger in der Umwelt gibt, ist zwar bekannt. Systematische Kontrollen gibt es dem NDR zufolge aber bislang nicht.

Angst vorm Baden müsse man aber aufgrund der Ergebnisse nicht haben, sagte Martin Exner vom Forschungsverbund HyReKa, der die Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien durch Abwasser erforscht. Man solle aber sehr genau auf die persönliche Hygiene achten. „Also sich mit sauberem Wasser abduschen, wenn man draußen zum Baden war. Das sollte man natürlich immer machen“, sagte Exner, der nicht an der Untersuchung beteiligt war und Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit in Bonn ist. Gefährlicher könnten die Keime aber Menschen im Krankenhaus, älteren Menschen mit chronischen Wunden und Kleinkindern werden. 

 Gefunden wurden die multiresistenten Erreger unter anderem an der Thülsfelder Talsperre und am Zwischenahner Meer. 

 Angesichts der Ergebnisse fordert das Umweltbundesamt (Uba) laut NDR, dringend zumindest alle größeren Klärwerke nachzurüsten. Ein möglicher Weg antibiotika-resistenter Keime in die Umwelt sind die Abwasser von Kliniken. 

 

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Deutschland droht ein dramatischer Wohnungsmangel. Allein in Niedersachsen dürften in den kommenden Jahren 300.000 Wohnungen fehlen. Union und SPD im Bund wollen mit Milliarden helfen.

08.02.2018

Nach dem Fund einer brennenden Leiche verdichten sich die Hinweise auf einen tragischen Unfall. Ein Obdachloser könnte sich an einem wärmenden Feuer entzündet haben. Es wäre der dritte, aus Osteuropa stammende Obdachlose, der in diesem Winter in Mecklenburg-Vorpommern umgekommen ist.

08.02.2018

Der Streit um die Sonntagsöffnungen in Niedersachsen dauert inzwischen schon Monate – auch weil das Land bisher kein neues Gesetz vorgelegt hat. Die CDU kommt jetzt mit einer neuen Idee – und setzt auf mehr Flexibilität.

08.02.2018
Anzeige