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Der Norden Niedersachsen bei Kulturausgaben weit hinten
Nachrichten Der Norden Niedersachsen bei Kulturausgaben weit hinten
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13:14 24.12.2015
Quelle: Surrey
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Hannover

Nach einer vom Landesamt für Statistik (LSN) jetzt vorgelegten Erhebung für das Jahr 2011 lagen die Gesamtaufwendungen für Kultur bei rund 543 Millionen Euro. Dies sind 8,0 Prozent weniger als im vorangegangenen Erhebungsjahr 2009.

Umgerechnet auf jeden Einwohner sind 2011 in Niedersachsen rund 70 Euro für Kultur geflossen, vier Euro weniger als 2009. In dem Betrag sind auch Ausgaben für "kulturnahe Bereiche" wie Volkshochschulen und sonstige Weiterbildung, kirchliche Angelegenheiten sowie Rundfunkanstalten und Fernsehen enthalten.

2016 solle es besser werden, sagte die Sprecherin des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, Margit Kautenburger. Trotz angespannter Haushaltslage werde alleine das Land 215,9 Millionen Euro für Kultur aufwenden. "Das entspricht einer Steigerung von 3,7 Prozent."

Unabhängig davon hinkt Niedersachsen bei den Kulturausgaben im Vergleich mit den meisten anderen Bundesländern weit hinterher. Deutschlandweit lagen die öffentlichen Kultur-Aufwendungen im Jahr 2011 pro Bürger bei durchschnittlich 102 Euro.

Das in Relation meiste Geld für Kultur wurde in Berlin (190 Euro je Einwohner), Sachsen (164), Bremen (162) und Hamburg (154) ausgegeben. Weniger als Niedersachsen zahlten nur noch Rheinland-Pfalz und das Saarland (jeweils 68) und als Schlusslicht Schleswig-Holstein (62 Euro je Einwohner).

Nach Einschätzung der Statistiker werden die Kulturausgaben vom Vorhandensein größerer Städte beeinflusst, deren kulturelle Angebote überregionale Strahlkraft besitzen. So besuchten viele Niedersachsen auch kulturelle Veranstaltungen in Hamburg oder Bremen. Auffällig sei, dass die durchschnittlichen Kulturausgaben in Ostdeutschland mit 143 Euro je Einwohner deutlich höher liegen als im Westen (91 Euro).

Ähnlich bewertet es das Kulturministerium in Hannover: "Die Stadtstaaten haben bezogen auf die Einwohnerzahl ein ungleich größeres Kulturangebot zu bieten", sagte Sprecherin Kautenburger. "Berlin genießt finanziell den Hauptstadtbonus." Und die ostdeutschen Länder seien nach der Wiedervereinigung "großzügig mit Haushaltsmitteln ausgestattet worden, die zum Teil doppelt so hoch waren wie in den alten Flächenländern".

In Niedersachsen leisteten zudem - anders als in anderen Ländern - Stiftungen wie die Klosterkammer oder die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz "zusätzliche wertvolle Beiträge", die in den Länder-Vergleichszahlen der Statistiker nicht enthalten seien, sagte Kautenburger. Hinzu komme, "dass quantitative Daten nicht zwangsläufig etwas über die Qualität der Kulturfinanzierung aussagen". Es sei in den vergangenen Jahren in Niedersachsen gelungen, trotz vergleichsweise geringer Mittel "grundlegende Strukturen für nachhaltige und qualitätsvolle Kulturarbeit zu entwickeln".

dpa

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