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Niedersachsen bleibt Kartoffelland Nummer eins

Erntebilanz 2016 Niedersachsen bleibt Kartoffelland Nummer eins

Die Wetterkapriolen dieses Jahres haben die Kartoffelerträge in Niedersachsen leicht sinken lassen. Dennoch freuen sich die Landwirte im Vorjahresvergleich über zwölf Prozent bessere Preise bei Speisekartoffeln.

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Frisch geerntete Kartoffeln der Sorte Annabelle.

Quelle: dpa

Badbergen. Die Ackerbaubetriebe in Niedersachsen mussten in diesem Jahr mit großen Wetterkapriolen fertig werden: Kühles Wetter im Frühjahr, Trockenheit, Starkregen im Sommer und Trockenheit im Spätsommer hätten zum Teil zu Pilzerkrankungen und schlechten Ernten geführt, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje, am Mittwoch bei der Erntebilanz in Badbergen (Kreis Osnabrück).

Dabei habe es regional große Unterschiede gegeben. Die noch laufende Kartoffelernte liege zum Beispiel ersten Einschätzungen zufolge leicht unter dem Vorjahresniveau, sagte Schwetje. Dennoch könnten sich die Landwirte im Vergleich zum Vorjahr über 12 Prozent höhere Preise für Speisekartoffeln freuen. Auch die niedersächsischen Landwirte, die Kartoffeln für Chips und Pommes Frites liefern, haben der Kammer zufolge gute Preise erzielt. Der Grund dafür sei eine schlechte Ernte in den Hauptanbaugebieten Benelux und Niederrhein. Die Kartoffel-Anbaufläche in Niedersachsen sei mit 106 800 Hektar konstant geblieben. „Damit bleiben wir mit Abstand das größte kartoffelbauende Bundesland“, sagte Schwetje.

Auch die Zuckerrübenernte läuft noch. Wie die Kammer berichtet, haben die Rüben das wechselhafte Wetter gut verkraftet. Die Landwirte erwarten eine durchschnittliche Ernte. Das Wetter mit viel Sonne und wenig Regen in den vergangenen sechs Wochen habe sehr süße Rüben heranwachsen lassen, sagte Schwetje.

Perspektivisch müsse sich die Landwirtschaft in Niedersachsen auf den Klimawandel einstellen, sagte der Kammerpräsident weiter. So werde die jährliche Niederschlagsmenge zunehmen, der Regen während der Sommermonate aber geringer ausfallen. „Wir müssen uns also etwas einfallen lassen, wie wir überschüssige Winterniederschläge oder auch das Wasser aus Starkregenfällen im Sommer in der Region behalten.“ Weil die durchschnittliche Jahrestemperatur weiter steige, sei auch ein Anbau von Pflanzen denkbar, die in Deutschland bislang noch gar nicht oder nur wenig verbreitet seien - etwa die Sojabohne, die bislang überwiegend importiert wird.

Zu den Forderungen von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nach mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft sagte Schwetje, die Bauern nähmen das Thema sehr ernst. Allerdings habe die deutsche Landwirtschaft nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2). Sollten die CO2-Emissionen um die Hälfte verringert werden, werde auch die Produktion der Betriebe sinken, warnte der Kammerpräsident.

Nach den wirtschaftlich schweren Jahren für Milch- und Schweinebauern sieht Schwetje auch härtere Zeiten auf die Ackerbaubetriebe in Niedersachsen zukommen: „Eine schwierige Phase liegt möglicherweise auch im Ackerbau vor uns.“

Von Elmar Stephan

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