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Der Norden Diese Berufsgruppen melden sich am häufigsten krank
Nachrichten Der Norden Diese Berufsgruppen melden sich am häufigsten krank
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16:43 26.05.2016
Der Krankenstand in Niedersachsen ist so hoch wie seit 16 Jahren nicht. Quelle: Arno Burgi/dpa
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Hannover

Die meisten Krankheitstage fielen mit einem Anteil von 22,5 Prozent wegen Krankheiten wie Rückenleiden und anderer Muskel-Skelett-Erkrankungen an, wie der am Donnerstag in Hannover veröffentlichte Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK ergab. An zweiter Stelle stehen psychische Erkrankungen mit 17 Prozent. Frauen haben 15 Prozent mehr Fehlzeiten als Männer. Männer leiden häufiger als Frauen unter Herz-Kreislauf-Problemen, Frauen haben fast zweimal so viele Fehltage wegen Krebserkrankungen. In Bremen stehen bei den Frauen psychische Leiden an erster Stelle.

Am häufigsten melden sich Menschen aus den Branchen Verkehr, Lagerei und Kurierdienste krank (4,8 Prozent Krankenstand 2015). Danach folgen Erwerbstätige aus dem Gesundheitswesen (4,7 Prozent Krankenstand 2015).

Der DAK-Gesundheitsreport zeigt, in welchen Wirtschaftszweigen die Krankenstände am höchsten sind.

Im Bundesvergleich sei der Krankenstand in Niedersachsen durchschnittlich, hieß es. In Ostdeutschland und im Saarland lagen die Krankenstände deutlich über den Durchschnitt. Den niedrigsten Krankenstand hatte Baden-Württemberg mit einem Wert von 3,5 Prozent. In Brandenburg war er der DAK-Statistik zufolge mit 5,2 Prozent am höchsten. Eine Erklärung für den Unterschied der Fehltage sehen die Autoren der Studie im unterschiedlichen Umgang mit Erkrankungen. Männer gingen seltener zum Arzt, sie besuchten im Durchschnitt vier Mal im Jahr einen Mediziner. Berufstätige Frauen seien im Schnitt sieben Mal im Jahr beim Arzt. "Selbst wenn man Vorsorgeuntersuchungen und schwangerschaftsbedingte Behandlungen nicht einrechnet, sind Männer weitaus seltener beim Arzt", sagte DAK-Landeschefin Regina Schulz.

Der DAK-Gesundheitsreport zeigt, welche Krankheiten am häufigsten zu Krankmeldungen führen.

Dafür gehen mehr Frauen als Männer auch krank zur Arbeit. 70 Prozent der Frauen gaben an, mindestens einmal im Jahr krank im Job erschienen zu sein. Bei den Männern waren es 50 Prozent. Als Hauptgründe gaben sie an, ihre Kollegen nicht hängen lassen zu wollen (84,1 Prozent) und ihre Arbeit fertig kriegen zu müssen (70,5 Prozent). Das betriebliche Gesundheitsmanagement müsse auf die Unterschiede bei den Geschlechtern eingehen, sagte Schulz. Auch die Techniker Krankenkasse (TK) meldet steigende Fehlzeiten ihrer Versicherten. Beim DAK-Wettbewerber lag der Krankenstand in Niedersachsen bei 4,4 Prozent, was einer Fehlzeit von 16 Tagen entspricht. Spitzenreiter sind auch bei der TK Muskel-Skelett-Krankheiten, die psychisch bedingten Krankheitstage nahmen auch bei der TK zu.

Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaft-Bundes sei es ein lange zu beobachtender Trend, dass die psychischen Belastungen der Arbeit zunehmen. Grund sei eine spürbare Verdichtung der Arbeit und damit das oft vorherrschende Gefühl, gehetzt zu sein, sagte die Sprecherin des DGB in Niedersachsen, Tina Kolbeck-Landau.

"Der andere Aspekt ist, dass wir in Niedersachsen sehr viel prekäre Beschäftigung haben." 41,6 Prozent der Beschäftigten in Niedersachsen arbeiteten in unsicheren Jobs, auf befristeten Arbeitsstellen, in der Leiharbeit oder in Minijobs. "Spitzenreiter sind die Landkreise Delmenhorst und Osterholz, da liegt die Quote bei über 50 Prozent."

Stress und unsichere Beschäftigungsverhältnisse sind aus Sicht der Gewerkschaften eine der Hauptursachen für Erkrankungen. Arbeitgeber müssten bei der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen auch die psychischen Belastungen berücksichtigen, forderte Kolbeck-Landau.

lni

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