Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Werden automatische Notbremssysteme bald Pflicht?

Reaktion auf Lkw-Unfälle Werden automatische Notbremssysteme bald Pflicht?

Angesichts der vielen Unfälle mit Lastwagen auf der A 2 und A 7 will Niedersachsen jetzt durchgreifen. Das Land fordert die Einführung von nicht abschaltbaren Notbremssystemen mit Abstandswarnern bei Lastwagen. Erst am Montag hatte es auf der A 2 bei Garbsen einen schweren Unfall gegeben.

Voriger Artikel
Staatsanwalt will Vergewaltigungsurteil anfechten
Nächster Artikel
Käuferwettstreit um den Transrapidzug

Schwere Lastwagenunfälle – wie auf der A2 – will Niedersachsen mit schärferen Regeln künftig vermeiden.

Quelle: Christian Elsner

Hannover. Niedersachsen will den Bund dazu drängen, mehr gegen schwere Auffahrunfälle auf Autobahnen zu tun. So sollen alle Lkw verpflichtend mit automatischen und nicht abschaltbaren Abstandshaltern und Notbremssystemen ausgestattet werden. Die Landesregierung arbeitet derzeit an einer Bundesratsinitiative. Außerdem gibt es einen entsprechenden Antrag, der am Mittwoch im Landtag mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen werden soll.

Viele Unfälle auf den Autobahnen, insbesondere der A 2 und der A 7, seien auf einen zu geringen Sicherheitsabstand zwischen den Fahrzeugen zurückzuführen, heißt es in dem Antrag. „Die Einführung von elektronischen Notbremssystemen mit Abstandswarnern (Advanced Emergency Braking Systems, AEBS-Systeme) in Lkw kann helfen, schwere und schwerste Unfälle zu vermeiden.“ Auf diesen Strecken ereignen sich mittlerweile fast täglich schwere Unfälle - so auch am Montag. Am frühen Morgen bemerkte ein 39-Jähriger auf der A 2 bei Garbsen zu spät einen baustellenbedingten Stau und fuhr auf einen bereits stehenden Sattelzug auf. Der Fahrer wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und schwer verletzt.

Erneut hat sich auf der A2 bei Garbsen ein Lastwagenunfall ereignet, als ein Sattelzug an einem Stauende auf einen anderen Lastwagen aufgefahren ist.

Zur Bildergalerie

Der Landtag fordert, dass die Bremssysteme nicht nur in Deutschland, sondern EU-weit Pflicht werden. Entscheidend sei, dass diese Systeme „permanent funktionieren und nicht mehr dauerhaft ausgeschaltet werden können“. Tatsächlich sind die Systeme bereits in neueren Lkw eingebaut - doch sie lassen sich sehr leicht abschalten, und davon wird rege Gebrauch gemacht.

Speditionen gegen Notbremssysteme

Abstandswarner und Notbremssysteme werden von vielen Fahrern als störend empfunden, wenn es ums Überholen geht. Fährt ein Lkw mit angemessenem Abstand zum Vordermann auf der rechten Spur, ist alles gut. Überholt dann aber ein weiterer Lkw und schiebt sich zwischen die beiden Fahrzeuge, schlägt das Notbremssystem des Hintermanns an: Sein Lkw wird automatisch gebremst, um den vorgeschriebenen Abstand wieder einzuhalten. Dadurch wird er so langsam, dass auch der Lkw hinter ihm zum Überholen ansetzen wird und ihn weiter ausbremst. Kurz: Wer jetzt schon ein funktionierendes Abstandswarnsystem in seinem Lkw hat, dem kann es schnell passieren, dass er immer weiter nach hinten durchgereicht wird.

Auch bei den Speditionen setzt man auf den konsequenten Einsatz der Notbremssysteme. „Wir sind uns da absolut einig auch mit der Landesverkehrswacht“, meint Christian Richter, Landesgeschäftsführer für den Bereich Güterkraftverkehr beim Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen. Denkbar wäre, dass man das System allenfalls für wenige Sekunden abschalten kann oder es sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit automatisch anschaltet. „Wir befürworten eine technische Lösung“, meint auch Christine Rettig vom ADAC. Es müsse aber auf Systeme gesetzt werden, die das Fahrzeug um mindestens 40 Stundenkilometer und notfalls bis zum Stillstand abbremsen können.

Die Bundesratsinitiative wird bei Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies vorbereitet. „Ich freue mich, dass der Landtag uns mit breiter Mehrheit unterstützen wird“, sagte der Minister.

Weniger Verkehrstote

In keinem anderen Bundesland ist die absolute Zahl der Verkehrstoten in den ersten acht Monaten dieses Jahres so stark gesunken wie in Niedersachsen. Von Januar bis August starben 275 Menschen auf den Straßen des Landes, 42 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Zum einen habe die Motorradsaison wegen der schlechten Witterung später begonnen als sonst, meinte eine ADAC-Sprecherin. Außerdem gebe es positive Effekte durch die steigende Zahl verbesserter Assistenzsysteme. Bundesweit ging die Zahl der Verkehrstoten um 163 auf 2114 zurück.     

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Weihnachtsfeier in Flüchtlingslager Friedland

Weihnachtliche Stimmung im Grenzdurchgangslager Friedland: Zur Weihnachtsfeier mit den Flüchtlingen am Freitag kam auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.