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Der Norden Wer handelt mit Muttermilch?
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00:15 22.08.2016
Muttermilch aus dem Kühlschrank, hygienisch sauber und gespendet – das soll eine Muttermilchbank – hier ein Foto aus Dortmund – in Niedersachsen leisten. Quelle: Marcel Kusch
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Hannover

Niedersachsen soll als drittes westdeutsches Bundesland eine Muttermilchbank erhalten. Die Einrichtung soll vor allem Frühchen zugutekommen. „Werden Kinder zu früh entbunden, ist es oft für die Mutter nicht möglich zu stillen“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete und Initiatorin des Antrags, Immacolata Glosemeyer. Auf das Thema war sie durch Zufall gestoßen: „Ich sah im Internet privaten Handel mit Muttermilch und fand das absurd.“

Muttermilch ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die beste Nahrungsform für Säuglinge. Die Sammelstelle, der Frauen überschüssige Milch spenden können, soll zunächst als Modellprojekt einer Kinderklinik angeschlossen werden. Private Initiativen sollen mit einbezogen werden. In dem Antrag wird die Landesregierung ebenfalls aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der private Handel mit Muttermilch soweit rechtlich möglich unterbunden wird. In Internet hat sich ein florierender Handel mit der kostbaren Milch entwickelt.

Wer Muttermilch privat kauft, kann aber nicht überprüfen, ob die Spenderinnen an übertragbaren Krankheiten leiden oder Drogen, Alkohol, Tabletten oder Nikotin konsumieren. Außerdem könnten bei der privaten Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Lieferung die notwendigen hygienischen Standards nicht eingehalten werden, heißt es in dem Antrag. In Ostdeutschland gibt es schon lange Muttermilchbänke – aktuell sind es 13 –, auch weil Frauen in der DDR nach der Geburt ihrer Kinder schneller wieder arbeiteten. Die erste westdeutsche Einrichtung dieser Art wurde 2012 in München eröffnet, 2015 folgte Dortmund.

Der niedersächsische Hebammenverband begrüßt die Initiative in Niedersachsen. Die aktuelle Versorgung mit Muttermilch für Frühgeborene sei nicht ausreichend, sagte die Landesvorsitzende Veronika Bujny. Ein weiterer deutscher Standort ermögliche es außerdem mehr Frauen, Milch zu spenden. Zwei Jahre nach der Einrichtung der niedersächsischen Muttermilchbank soll es nach den Plänen eine Evaluierung geben, um den Bedarf zu bewerten. Frühgeborene benötigen nur wenige Milliliter Muttermilch pro Tag. Sie schützt das Kind unter anderem vor Infektionen und Allergien und wirkt Studien zufolge sogar langfristig präventiv.

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