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16:14 22.11.2013
Hundertausende von Straftaten bleiben in Niedersachsen im Verbogenen, weil sie bei der Polizei nicht angezeigt werden. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Hunderttausende Straftaten werden in Niedersachsen jährlich nach dem Ergebnis einer ersten Dunkelfeldstudie nicht bei der Polizei angezeigt. 72 Prozent der Menschen, die nach eigener Einschätzung Opfer eines Verbrechens geworden sind, wenden sich nicht an die Polizei, ergab die am Freitag vom Landeskriminalamt (LKA) vorgelegte erste Untersuchung dieser Art in einem Bundesland. Befragt worden waren 40.000 Menschen, knapp 19.000 antworteten.

Zumeist handelt es sich um geringfügige Taten wie kleinere Diebstähle oder Sachbeschädigungen, bei denen die Betroffenen kaum erwarten, dass die Polizei den Fall löst. So wird nur jeder zweite Fahrraddiebstahl angezeigt, allerdings auch nur eines von zehn Computerverbrechen und vier von hundert Sexualtaten.

Wenn es für die Versicherung wichtig ist, wie etwa bei Autodiebstählen oder Wohnungseinbrüchen, werden die meisten Fälle angezeigt. Bei Körperverletzung klären die Beteiligten die Angelegenheit indes oft auf eigene Faust.

Auch wenn es nicht darum gehe, dass künftig alle Taten angezeigt werden, seien die Erkenntnisse aus der Dunkelfeldstudie für die Arbeit der Polizei sehr wichtig, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Die Daten aus der künftig alle zwei Jahre organisierten repräsentativen Befragung ergänzten die Kriminalstatistik und ermöglichten, ansonsten verborgene Trends zu erkennen. "Die Erkenntnisse werden in die tägliche, praktische Arbeit der Polizei und in die Strategie miteinbezogen", meinte Pistorius. Abgefragt wurden auch das persönliche Sicherheitsempfinden und die Bewertung der Polizeiarbeit.

Der Minister kündigte Maßnahmen vor allem dort an, wo Menschen aus Angst vor Straftaten in ihrer persönlichen Freiheit und der Teilhabe am öffentlichen Leben eingeschränkt sind. So gaben in der repräsentativen Befragung im Auftrag des Innenministeriums 12,4 Prozent der Menschen an, es bei Dunkelheit zu vermeiden, das Haus zu verlassen. Gut ein Fünftel aller Befragten und damit deutlich mehr als bislang vermutet, vermeidet abends die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Als vertrauenswürdig, höflich und bürgerfreundlich bewertete die Mehrheit der Befragten die niedersächsische Polizei. Allerdings wurde kritisiert, dass die Polizei die Bürger im konkreten Fall mitunter schlecht auf dem Laufenden hält. Dies solle verbessert werden, sagte Pistorius zu.

dpa

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