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Futterhersteller sollen klammen Tierheimen helfen

Streit über Finanzierung Futterhersteller sollen klammen Tierheimen helfen

Bundesweit müssen sich Tierschützer um immer mehr Hunde und Katzen kümmern. Sie werfen den Behörden vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Der Städte- und Gemeindebund weist die Kritik zurück und fordert Hilfe von Tierhandel und Futterherstellern.

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Um Fund- und Abgabetiere versorgen zu können, sind viele Tierheime auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Quelle: dpa

Hannover. Angesichts der Finanznot der meisten Tierheime im Land hat der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) finanzielle Unterstützung von der Futterindustrie gefordert. „Die Tierheime in den Städten und Gemeinden baden fehlerhaftes Verhalten von Tierhaltern aus“, sagte NSGB-Sprecher Thorsten Bullerdiek der Deutschen Presse-Agentur. „Wir müssen darauf hinwirken, dass die Verursacher und diejenigen das System finanzieren, die auch den Nutzen haben.“ Dazu gehörten Tierfutterhersteller und der Tierfachhandel.  

Der Deutsche Tierschutzbund sieht dagegen die Kommunen in der Pflicht. Die Fundtierbetreuung sei ihre gesetzliche Aufgabe, keine freiwillige Leistung, betonte der Sprecher des Landesverbandes Niedersachsen, Rolf Scherer. Die Gemeinden profitierten schließlich zum Beispiel auch von den Einnahmen aus der Hundesteuer. 

Der Welttierschutztag am kommenden Dienstag (4.10.) steht unter dem Motto „Tierheimen helfen. Helft Tierheimen!“. Neben einer auskömmlichen Finanzierung von den Kommunen fordern die Tierschützer einen Sonderinvestitionstopf von zunächst 50 Millionen Euro für dringende Bauvorhaben in den deutschen Tierheimen. Dies machte Tierschutz-Präsident Thomas Schröder beim Runden Tisch zur Lage der Tierheime am vergangenen Montag in Berlin deutlich. 

In Niedersachsen werden mehr als 50 Tierheimen von Tierschutzvereinen betrieben. Nur wenige von ihnen haben Scherer zufolge eine kostendeckende Fundtier-Vereinbarung mit ihren Kommunen. „Die meisten bekommen nur ein Viertel bis die Hälfte der Kosten erstattet“, sagte der Vize-Landeschef. „Einige Tierheime stehen vor der Insolvenz.“ Dass die Auffangstationen überfüllt sind, hat laut Scherer vielfältige Gründe. Der illegale Welpenhandel hat zugenommen, zudem werden mehr Menschen wegen des sogenannten „Animal Hording“ angezeigt: Dutzende, manchmal sogar Hunderte Hunde, Katzen oder Vögel müssen aus einer vermüllten, verwahrlosten Wohnung geholt werden. 

Bullerdiek sagte: „Es zeigt sich, dass die Kommunen nicht in der Lage sind, dauerhaft und flächendeckend Tierheime mitzufinanzieren.“ Daher sollte zunächst versucht werden, die Industrie mit Hilfe des Bundes und der Länder zu einer freiwilligen Spende zu bewegen. „Wenn dies mittelfristig nicht hilft, müsste über entsprechende gesetzliche Regelungen auf Bundesebene nachgedacht werden.“

dpa

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