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Niedersachsens Lehrer: Wir schaffen das nicht

Umfrage Niedersachsens Lehrer: Wir schaffen das nicht

Niedersachsens Lehrer fühlen sich bei der Bewältigung ihrer vielfältigen neuen Aufgaben im Stich gelassen. Eine Online-Befragung der Landesregierung, an der 10.000 Lehrer, Schulleiter und pädagogische Mitarbeiter teilgenommen hatten, brachte ein für die Schulpolitik desaströses Ergebnis.

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Niedersachsens Lehrer fühlen sich im Stich gelassen.

Quelle: dpa

Hannover. Ob Sprachförderung, Ganztagsbetrieb oder Inklusion - in keinem dieser Bereiche läuft es nach Meinung der Befragten gut. Dabei halten die Pädagogen politische Vorgaben wie die Förderung von Kindern ohne Deutschkenntnisse oder den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern durchaus für sinnvoll. Die Umsetzung scheitere aber, weil es an Unterstützung fehle.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), die das Zwischenergebnis der Befragung gestern in Hannover präsentierte, nannte es ernüchternd, dass in keinem der genannten Aufgabenbereiche die Unterstützung durch die Schulbehörden als gut angesehen werde. „Da müssen wir einfach besser werden“, sagte die Ministerin. Wichtig sei es, dass die Landesschulbehörde in der Fläche und bei den Schulen präsenter werde. „Als Dienstleister nah am Kunden - das ist das Motto“, so Heiligenstadt.

Rund 70 Prozent der Teilnehmer an der Online-Befragung waren Frauen. Insgesamt waren 90.000 Lehrkräfte im Juni angeschrieben worden. Die Rücklaufquote von 11 Prozent sei besser als erwartet, sagte David Horstmann von der Leuphana-Universität in Lüneburg, der die Studie mit auswertet. Frank Stöber vom Schulleitungsverband sagte, jetzt sei ein Paradigmenwechsel nötig: Die Mitarbeiter der Landesschulbehörde verstünden sich als Schulaufsicht, nicht als Unterstützer. „Wir wollen aber auf Augenhöhe mit der Landesschulbehörde verhandeln.“ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach von „einem Versagen der autoritären Strukturen in der Landesschulbehörde“. Vorsitzender Eberhard Brandt forderte mehr Anrechnungsstunden, etwa für Koordinierungsarbeiten, und einen Vertretungspool für Lehrer, die auf Fortbildung seien. Der Philologenverband machte sich für eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung stark.

Heiligenstadt sieht dafür keinen Spielraum. Allerorts fehlen Lehrer, vor allem an den Grund- und Oberschulen. Die Lehrerversorgung liegt bei 97,8 Prozent, so schlecht wie seit Jahren nicht. Elternverbände befürchten weiteren massiven Unterrichtsausfall, die Opposition sieht die verlässliche Betreuung bis 13 Uhr an den Grundschulen gefährdet.

Oberste Priorität hat für Heiligenstadt der Pflichtunterricht. Mit einem 17-Punkte-Programm versucht das Land, mehr Lehrer zu gewinnen. Dazu gehört die Einstellung von Quereinsteigern an Grundschulen genauso wie die Weiterbeschäftigung von Pensionären. Zudem sollen Lehrer aus dem Ganztagsangebot jetzt vorrangig den Pflichtunterricht am Vormittag erteilen. Nachmittags springen dann Sport- und Musikvereine ein. Laut Ministerium konnten so bereits 55 Vollzeitlehrerstellen umgewidmet werden, 100 weitere Pädagogen sind seit Anfang August neu eingestellt worden.

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