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Der Norden Diese Waffen sollen Terroristen stoppen
Nachrichten Der Norden Diese Waffen sollen Terroristen stoppen
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00:16 26.06.2016
Neue Ausrüstung für Polizei in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Um auf Terroranschläge wie die in Brüssel oder Paris vorbereitet zu sein, verbessert das Land Niedersachsen die Ausstattung und die Trainingsmöglichkeiten seiner Polizisten. Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat am Donnerstag mehrere Neuerungen vorgestellt, die zum Schutz der Beamten aber auch zu einer besseren Fahndung beitragen sollen.

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Ein Polizist hält in Hannover eine Trainings-Maschinenpistole, die mit einem neuen Laser-Aufsatz am Lauf der Schusswaffe für die Polizeiausbildung in Niedersachsen ausgestattet ist.

„Der Terror hat Einzug in Europa gehalten. Attentäter töten willkürlich Menschen, um Angst und Schrecken zu verbreiten“, sagte Pistorius. In der Türkei würden gezielt Anschläge auf Polizisten verübt. Die wachsenden Gefahren würden auch die Polizeibeamten vor neue Herausforderungen stellen. „Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Beamten möglichst unbeschadet aus Gefahrensituationen rausgehen.“ Helfen sollen dabei neue Dienstwaffen, Schutzwesten, Visiereinrichtungen und ein modernes Trainingssystem. Das Land investiert in die neue Ausrüstung rund 12,5  Millionen Euro. „Die Handlungsfähigkeit der Polizei fortlaufend zu verbessern, ist für uns ein dauerhaftes Ziel“, sagte Pistorius und erinnerte an die Absagen des Karnevalsumzugs in Braunschweig 2015 und des Fußball-Länderspiels in Hannover.

Auch die digitalen Möglichkeiten müssten voll ausgeschöpft werden, betonte der Minister. Bereits jetzt arbeitet die Polizei flächendeckend mit Digitalfunk sowie im Streifendienst mit Tablet-Computern. Niedersachsen sei nun das erste Bundesland mit eigenen Funkantennen, die es ermöglichten, Einsätze unabhängig von anderen Netzanbietern zu koordinieren.

Neues Laser-Trainingssystem

„Hilfe!“ hallt es durch den Hof der Polizeidirektion. Mit dem neuen mobilen Laser-Trainingssystem simulieren junge Polizisten einen Beziehungsstreit, der eskaliert. Ein Mann bedroht zunächst seine Freundin, dann die Beamten mit einem Messer. Ein Schuss fällt, der Angreifer geht zu Boden. „Als ich getroffen wurde, hat meine Weste vibriert, gepiept und gesagt ,Sie sind schwer verwundet‘“, berichtet Robert Seypt, der den Angreifer gespielt hat. Der 26-Jährige hat zum ersten Mal das Trainingssystem getestet, bei dem mit einem Lasersignal auf den Angreifer gezielt wird. „Mein erster Eindruck ist sehr gut“, sagt er. „Die Ausrüstung ist leicht, das System schnell erklärt – nach nur zwei Minuten konnte ich loslegen.“

Das besondere an dem rund 90 000 Euro teuren System: Es ist überall einsetzbar. Denn anders als beim frühereren Training mit Farbpatronen könne nun auch in Schulen, Behörden und Büros der Ernstfall realitätsnah simuliert werden, ohne die Gebäude zu verschmutzen. Das System wird in der Polizeiakademie getestet.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen lobte die neue Technik. Zu einer effektiven Abwehr von terroristischen Gefahren und schwer bewaffneten Tätern gehöre auch eine zukunftsfähige Ausrüstung, sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. „Ebenso unerlässlich ist aber auch eine flächendeckende und gründliche Einweisung unserer Kollegen in den Umgang mit neuen technischen Geräten“, ergänzte er.

Die neue Ausrüstung

Waffe: Neue Dienstpistole wird die SFP9 von Heckler & Koch mit zwei Magazinen zu jeweils 15 Schuss. Im Gegensatz zur bisherigen Waffe kann die neue Pistole geladen nicht auseinander gebaut werden – so sollen unter anderem Unfälle beim Reinigen verhindert werden. Als erstes werden Studienjahrgänge ab dem Einstellungsdatum 1.  Oktober damit ausgerüstet.

Visier: Der Kauf von 1200 neuen Visiereinrichtungen für Maschinenpistolen hat rund 900 000 Euro gekostet. Mit den sogenannten Leuchtpunktvisieren können potenzielle Angreifer schneller erfasst werden – im Visier sind sie mit einem Punkt markiert. Da beide Augen beim Blick durch das Visier geöffnet bleiben, sollen die Polizisten treffsicherer schießen und gleichzeitig Täter sowie ihr eigenes Umfeld im Blick behalten können.

Digitalfunk: Auch die vor sechs Jahren eingeführte Autorisierte Stelle Digitalfunk Niedersachsen (ASDN) wurde für 1,85 Millionen Euro erweitert. Von der ASDN aus kümmern sich Experten um den Funkverkehr aller Polizeibeamter untereinander und halten Kontakt zu zahlreichen Rettungskräften. Durch den Einsatz eigener Antennen ist die ASDN unabhängig von anderen Funknetzbetreibern und soll auch dann für eine reibungslose Kommunikation sorgen, wenn herkömmliche Netze überlastet sind oder sogar komplett ausfallen.

Schutzweste: Etwa 2.500 neue Schutzwesten für 1,5 Millionen Euro sollen dafür sorgen, dass die Beamten Gefahrensituationen unbeschadet überstehen. Sie werden künftig in jedem Streifenwagen liegen und sollen auch Schutz vor Langwaffen wie beispielsweise Maschinengewehren bieten. Die alten Westen waren nur in der Lage, Pistolenkugeln abzufangen. Trotz eines Gewichts von rund zehn Kilogramm soll die Weste größtmögliche Bewegungsfreiheit bieten.

Von Lisa Malecha

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