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Der Norden Noch ein Großschlachthof in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Noch ein Großschlachthof in Niedersachsen
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06:16 07.07.2012
Von Karl Doeleke
In Wietzen will Wiesenhof in Zukunft bis zu 250.000 Hähnchen am Tag zerlegen. Quelle: dpa
Hannover

Dies hat eine Sprecherin des Unternehmens aus Visbek im Kreis Vechta am Mittwoch bestätigt. Bei 260 Produktionstagen wären das 65 Millionen Schlachttiere im Jahr.

Das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover muss das Vorhaben noch genehmigen. Anfang 2014 soll der neue Schlachthof den Plänen zufolge den Betrieb aufnehmen. 55 Millionen Euro will Wiesenhof in den Standort investieren, an dem 600 Menschen dann in zwei Schichten arbeiten sollen. Bereits jetzt zerlegt Wiesenhof in Wietzen bis zu 140.000 Hähnchen am Tag. Nach Angaben des Unternehmens soll der Schlachthofneubau dazu dienen, „saisonale Schwankungen“ auszugleichen.

Wiesenhof reagiert damit offenbar auf den umstrittenen Großschlachthof des Konkurrenten Rothkötter in Wietze im Kreis Celle. Mit bis zu 250.000 Schlachthähnchen am Tag erreicht die neue Anlage aber nicht die Ausmaße des nur etwa 60 Kilometer entfernten Schlachthofs im Nachbarkreis. In der Rothkötter-Anlage in Wietze können bei voller Auslastung jeden Tag 432.000 Tiere zerlegt werden. Demnächst muss das Verwaltungsgericht in Lüneburg über die Zulässigkeit des Wietzer Schlachthofs entscheiden.

Die Grünen im Landtag sehen mit dem Neubauplan von Wiesenhof den Beginn eines Verdrängungswettbewerbs der zwei großen Schlachtkonzerne. „Das geht zu Lasten vieler Landwirte, die als Lohnmäster niedrigere Preise zu befürchten haben“, warnt der Abgeordnete Christian Meyer. Experten wie Prof. Hans-Wilhelm Windhorst von der Universität Vechta sprechen schon seit geraumer Zeit von einem „überversorgten Markt“.


Noch ein Großschlachthof in NiedersachsenStepMap


Auch die Landesregierung warnt inzwischen vorsichtig: „Investitionswillige Betriebsleiter sollten bei ihrer Entscheidung auch einkalkulieren, dass das derzeitige Preisniveau aufgrund der Marktbedingungen nicht gehalten werden kann.“ Meyer fordert daher: „Die Landesregierung darf keine Subventionen mehr in die Förderung der Massentierhaltung stecken.“ Den Schlachthof im Kreis Celle hatte die öffentliche Hand mit 6,5 Millionen Euro gefördert. Wiesenhof will den Angaben zufolge keine Subventionen beantragen.

Neue Mäster würden für den neuen Großschlachthof auch nicht angeworben, versichert die Wiesenhof-Sprecherin. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Munzel, Michael Hettwer, glaubt das nicht. In Munzel (Region Hannover) wird derzeit ein neuer Hähnchenmaststall für den Rothkötter-Schlachthof in Wietze gebaut. Hettwer befürchtet: „Es werden weitere Mastställe für Wietzen hinzukommen.“

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