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Der Norden Noch immer keine Spur vom entkommenen Mörder
Nachrichten Der Norden Noch immer keine Spur vom entkommenen Mörder
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13:44 20.05.2016
Quelle: dpa/Polizei (Montage)
Moringen

"Wir arbeiten weiter die zahlreichen Hinweise ab, die nach der öffentlichen Fahndung bei uns eingegangen sind", sagte ein Polizeisprecher am Freitag.Neue Erkenntnisse über einen möglichen Aufenthaltsort des 39-Jährigen gebe es aber nicht. 

Der wegen Mordes im Jahr 1998 in Bremen verurteilte Mann war am Dienstag von seinem unbegleiteten Ausgang nicht zurückgekehrt. Als er während einer Therapiesitzung in Northeim in das Landeskrankenhaus Moringen zurückgeholt werden sollte, konnte er entkommen. 

Am Mittwochabend wurde eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Entflohenen eingeleitet. Die Polizei Bremen veröffentlichte dazu ein Foto des Gesuchten. Eine akute Gefahr für die öffentliche Sicherheit sei nicht anzunehmen, teilte das Maßregelvollzugszentrum mit.

Reformen im Maßregelvollzug eingeleitet

In den vergangenen Monaten waren bereits mehrere Männer aus dem Maßregelvollzugszentrum Moringen entkommen. Im Juli 2015 war ein psychisch kranker Straftäter geflohen, als er Küchenabfälle zum Container brachte. Erst Anfang Mai hatte ein aus dem Maßregelvollzug entflohener 36-jähriger Patient eine Seniorin in Wunstorf überfallen und schwer verletzt. Infolgedessen ist eine Debatte darüber entbrannt, ob in Niedersachsen zu nachlässig mit gefährlichen Straftätern umgegangen wird. Sozialministerin Cornelia Rundt räumte „Fehleinschätzungen“ der Fachleute ein. Sie kündigte an, dass das System der Lockerungen vom Vollzug überprüft werden soll.

Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hat nun Reformen eingeleitet. Verändert werden soll vor allem das Lockerungssystem, das den Patienten verschiedene Stufen von Freiheiten gewährt, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur. Grund zur Panik in der Bevölkerung gibt es aus ihrer Sicht aber nicht: Im laufenden Jahr sind nach Angaben des Ministeriums erst drei Menschen aus dem Maßregelvollzug entkommen. 2015 waren es 15, 2014 genau 16 und 2013 sogar 33. Die Zahlen wertet die Ministerin als Beleg für das Funktionieren des Systems.

lni

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