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Woher stammt das Kokain
 auf Nordseeinseln?

Angespült Woher stammt das Kokain
 auf Nordseeinseln?

Es werden immer mehr: An den Stränden der ostfriesischen Inseln sind weitere mysteriöse Päckchen angespült worden. Nach einem ersten Fund vor einer Woche auf Borkum sind sie auch auf Baltrum und Norderney angespült worden. Seit Mittwoch steht fest: In den Päckchen befindet sich Kokain.

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Mehrere dieser Päckchen sind an den Stränden der ostfriesischen Inseln angetrieben worden.

Quelle: dpa/Polizei/Montage

Aurich. Zunächst tauchten die seltsamen Päckchen am Strand von Borkum auf. Touristen lieferten vor Ostern insgesamt neun, etwa ziegelsteingroße und in schwarze Folie eingewickelte Pakete bei der Polizei auf der Nordseeinsel ab. Der Inhalt: ein weißes Pulver. Die Polizei warnte davor, die Gebinde zu öffnen. Ihr Inhalt könne gefährlich sein. Schnell kursierten Gerüchte, dass es sich um Drogen handelt. Seit Mittwoch ist der Verdacht bestätigt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Aurich mitteilten: Es ist Kokain.

Insgesamt zählten die Ermittler bis Mittwoch elf solcher Päckchen. Am Dienstag waren zwei weitere auf Baltrum und Norderney angespült worden. Und es könnten nach Einschätzung der Polizei mehr werden: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir weitere Pakete finden“, sagte eine Sprecherin.

Woher die seltsamen Pakete stammen, ist unklar. „Wir wissen definitiv nicht, woher das Kokain kommt. Es steht leider nicht drauf“, sagte Mittwoch die Auricher Oberstaatsanwältin Katja Paulke. Doch die Ermittler haben einen Verdacht: Die Päckchen könnten Teil eines 62,5  Millionen Euro schweren Drogenfundes vor der belgischen Küste sein. Die belgische Wasserschutzpolizei fischte Anfang April vor Ostende 25 Sporttaschen prall gefüllt mit Kokain aus der Nordsee. „Wir haben uns die Strömungsverhältnisse angeschaut“, sagte Paulke. „Wir prüfen derzeit Verbindungen zu den belgischen Funden.“

Nach Medienberichten aus dem Nachbarland gehen belgische Zollfahnder von einer in letzter Zeit immer häufiger beobachteten Masche der Schmuggler aus: Die Drogen werden in Küstennähe von den großen Frachtern aus Südamerika ins Meer geworfen. Komplizen in Fischerbooten sammeln die Ware dann ein. „Die Schmuggler versuchen so, die Zollkontrollen in den großen Häfen zu umgehen“, zitiert die Zeitung „Het Nieuwsblad“ einen Drogenfahnder aus Antwerpen. Nach Informationen der Zeitung aus Justizkreisen soll das Kokain im aktuellen Fall aus Kolumbien stammen. Demnach wurde es von einem Frachter geworfen, der kürzlich in Zeebrügge festgemacht hatte.

Doch manchmal scheint die Masche nicht zu funktionieren. So wurden im Februar knapp 400 Kilogramm Kokain an zwei Stränden an der Ostküste Englands angespült. Schon 2013 meldeten dänische Medien den Fund von insgesamt 80 Kilogramm Kokain an den Stränden mehrerer dänischer Nordseeinseln. Bereits vor zehn Jahren tauchten am Strand von Sylt mehrere Rucksäcke mit insgesamt 35 Kilogramm Kokain auf.

Die schwarzen Päckchen sind nicht der erste kuriose Fund, der in diesem Jahr an der Nordseeküste angespült wurde. Auf der Insel Langeoog waren im Januar  tausende Überraschungseier und Lego-Steine angespült worden.

 

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  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Studie IQB-Bildungstrends