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Nur geringes Interesse an Terminvermittlung

Servicestelle für Kassenpatienten Nur geringes Interesse an Terminvermittlung

Die Vermittlung von Facharztterminen für Kassenpatienten läuft nur langsam an. Die Nachfragen bei der neuen Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) blieben deutlich hinter Erwartungen zurück. „Die Terminservicestelle ist ein Produkt, das der Markt nicht braucht“, sagte ein KVN-Sprecher.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Bis Ende Februar haben in Niedersachsen 5905 Versicherte die Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) kontaktiert, die seit dem 25. Januar erreichbar ist. In diesem Zeitraum habe das Callcenter 1816 Termine vermittelt, teilte die KVN mit. Die Ärzte-Organisation hatte mit bis zu 5000 Anrufen täglich kalkuliert - bisher meldeten sich durchschnittlich nur 220 Patienten. „Die Terminservicestelle ist ein Produkt, das der Markt nicht braucht“, sagte ein KVN-Sprecher.

Der Gesetzgeber hatte mit der Vorgabe auf Beschwerden reagiert, Kassenpatienten müssten zu lange auf Termine warten. Zuletzt hatte eine Stichprobe der Grünen in 350 bayerischen Praxen ergeben, dass Privatversicherte im Schnitt drei Wochen früher bei einem Fachmediziner vorgelassen werden. Nun können sich gesetzlich Versicherte von der Servicestelle innerhalb von vier Wochen einen Termin beschaffen lassen. Die Patienten werden an Mediziner vermittelt, die Zeit haben und mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb einer halben Stunde erreichbar sind - bei spezialisierten Fachärzten wie Radiologen gilt auch eine Anfahrt von 60 Kilometern als zumutbar. Der Versicherte benötigt dafür eine ärztliche Überweisung mit einer Codenummer.

Innerhalb der ersten Wochen hat die Servicestelle der KVN am häufigsten Termine bei fachärztlichen Internisten wie Gastroenterologen, Kardiologen, Rheumatologen und Nephrologen vermittelt. Auch für Nerven- und Augenärzte gebe es eine höhere Nachfrage. Vor allem aus den Großräumen Hannover, Oldenburg und Lüneburg hätten sich Patienten gemeldet, hieß es bei der KVN: „Die Patienten haben verstanden, dass es keinen Anspruch auf den Wunscharzt, zum Wunschtermin in einer Wunschregion gibt.“

Die Vergabestelle hat aber nur jedem dritten Anrufer einen Termin vermitteln können: Ein Drittel der Versicherten habe den Anruf bereits nach der ersten Bandansage wieder abgebrochen, ein weiteres Drittel habe die Bedingungen für eine Vermittlung nicht erfüllt - etwa weil eine Überweisung oder der Code auf dem Formular fehlte. 

Die geringe Vermittlungsquote sorgt für Unmut in der Ärzteschaft. Insgesamt habe man knapp 90 000 Termine für die Servicestelle frei gehalten, die nun nicht benötigt würden, hieß es auf der letzten Vertreterversammlung der KVN. Die bisher geringe Nachfrage der Patienten entlastet jedoch das Budget der Ärzte. Ursprünglich hat die KVN für die Vergabestelle bis zum Jahresende mit Kosten von 2 Millionen Euro kalkuliert. Jetzt könne es deutlich billiger werden, hieß es. Für jeden Anruf im Callcenter müsse die KVN knapp 1,90 Euro zahlen.

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